Schmetterlinge Spaniens
Spanien besitzt die größte Tagfaltervielfalt Westeuropas: mehr als 230 Arten, darunter iberische Endemiten und Hochgebirgs-Schwalbenschwänze.

Schmetterlinge Spaniens: Überblick
Spanien gehört zu den Ländern mit der größten Tagfaltervielfalt Europas — mehr als 230 Arten sind nachgewiesen. Erklärt wird das durch die geografische Lage am Schnittpunkt von Europa und Afrika, das vielfältige Relief (von der Meeresküste bis zu den Hochgebirgen der Sierra Nevada) und das milde mediterrane Klima.
Mehrere Schmetterlingsarten der Iberischen Halbinsel kommen im übrigen Europa nicht vor.
Schlüsselregionen
Sierra Nevada
Das höchste Gebirgssystem Südspaniens (bis 3.482 m) ist eine einzigartige Endemismuszone. Hier kommt der Nevada-Bläuling (Polyommatus nivescens) sowie mehrere weitere, nur auf dieses Massiv beschränkte Arten vor. Die Flugzeit ist kurz — Juli–August, in einem schmalen Höhengürtel.
Kantabrisches Gebirge und Pyrenäen
Die nördlichen Gebirgsketten bilden Biotope für Arten, die vom übrigen Europa nur durch eine Gebirgsbarriere getrennt sind. Hier kommen Apollofalter, Schwarzer Apollo und zahlreiche Samtfalter der Gattung Erebia vor.
Andalusien und mediterrane Macchia
Südspanien ist eine Zone der frühen Saison. Die ersten Bläulinge, Weißlinge und Kleopatrafalter fliegen hier bereits im Februar. Der Spanische Osterluzeifalter (Zerynthia rumina) und der Iberische Segelfalter (Iphiclides feisthamelii) — ein naher Verwandter des Segelfalters — bewohnen die Garrigue (mediterranes Buschland).
Kanarische Inseln
Eine eigenständige biogeografische Region mit mehreren Endemiten:
- Kanaren-Weißling (Pieris cheiranthi) — vom Aussterben bedroht
- Kanaren-Bläuling (Cyclyrius webbianus)
Beobachtungssaison
- Februar–März — Andalusien: erste mediterrane Arten
- April–Juni — Zentrum und Norden: Höhepunkt der Saison
- Juli–August — Hochgebirge: Sierra Nevada, Pyrenäen
- September–Oktober — zweiter Höhepunkt an der Küste
Iberische Endemiten
Spanien bildet zusammen mit Portugal die Iberische Halbinsel — eine isolierte biogeografische Region. Zu den Schmetterlings-Endemiten zählen: Cupido lorquinii, Pseudophilotes abencerragus, Agriades zullichi und mehrere weitere seltene Arten.


