Was sind Schmetterlinge
Schmetterlinge sind Insekten der Ordnung Lepidoptera mit vier schuppenbedeckten Flügeln. Weltweit existieren mehr als 157.000 Arten.

Definition
Schmetterlinge sind Insekten der Ordnung Lepidoptera (Schuppenflügler). Der Name der Ordnung stammt von den griechischen Wörtern lepis (Schuppe) und pteron (Flügel): Die Flügel der Lepidopteren sind mit mikroskopisch kleinen, flachen Schuppen bedeckt, die das Muster bilden.
Im allgemeinen Sprachgebrauch meint „Schmetterlinge" meist die tagaktiven Vertreter der Ordnung. Wissenschaftlich betrachtet sind alle Lepidopteren — sowohl Tagfalter als auch nachtaktive Falter — gleichberechtigte Mitglieder der Ordnung Lepidoptera.
Wie viele Schmetterlingsarten es gibt
Die Ordnung Lepidoptera umfasst etwa 157.000 beschriebene Arten — und das ist längst keine endgültige Zahl: Wissenschaftler beschreiben jedes Jahr Hunderte neuer Arten, hauptsächlich aus tropischen Regionen.
Davon entfallen auf Tagfalter (Überfamilie Papilionoidea) etwa 18.000–20.000 Arten. Der Rest sind nachtaktive Falter und Motten.
In Russland leben etwa 2.200 Lepidopterenarten, wovon Tagfalter etwa 300–350 Arten ausmachen.
Körperbau
Wie alle Insekten besitzt ein Schmetterling drei Körperregionen: Kopf, Brust und Hinterleib.
Der Kopf trägt ein Paar großer Facettenaugen (die ein weites Blickfeld ermöglichen), ein Paar Fühler (Geruchs- und Gleichgewichtsorgane) und Mundwerkzeuge. Bei den meisten Schmetterlingen ist der Mund zu einem Saugrüssel umgewandelt — einer langen, aufgerollten Röhre zum Saugen von Flüssigkeit. In Ruhe ist der Rüssel eingerollt; beim Fressen entrollt er sich.
Die Brust besteht aus drei Segmenten. Sie trägt drei Beinpaare und zwei Flügelpaare. Bei Edelfaltern sind die Vorderbeine zurückgebildet — sie laufen auf vier Beinen. Die Flügel sind mit Schuppen bedeckt, die sich bei Berührung leicht abreiben (weshalb „Puder" an den Fingern zurückbleibt).
Der Hinterleib enthält das Verdauungs- und Fortpflanzungssystem. Bei manchen Arten befinden sich hier auch Hörorgane (Tympanalorgane) — sie erkennen den Ultraschall von Fledermäusen.
Flügel und Schuppen
Schuppen sind abgeflachte, umgewandelte Härchen. Sie überlappen sich wie Dachziegel. Die Färbung entsteht auf zwei Wegen:
- Pigmentfärbung: Die Schuppen enthalten Farbstoffe — Melanine (schwarz, braun), Flavone (gelb), Pterine (weiß, gelb).
- Strukturfarbe: Die Nanostruktur der Schuppen streut und reflektiert Licht einer bestimmten Wellenlänge. So entsteht das Blau der Morphofalter und einiger Bläulinge: Es gibt kein Pigment, aber die Schuppen wirken wie ein Beugungsgitter.
Vier Lebensstadien
Schmetterlinge durchlaufen eine vollständige Metamorphose — vier grundlegend unterschiedliche Stadien:
- Ei — Embryonalstadium, 5–14 Tage
- Raupe (Larve) — Wachstumsstadium, von wenigen Wochen bis mehreren Monaten
- Puppe — Verwandlungsstadium, 2–8 Wochen
- Imago (erwachsener Schmetterling) — Fortpflanzungsstadium, von wenigen Tagen bis zu einem Jahr
Mehr zu jedem Stadium in den Artikeln Lebenszyklus und Metamorphose.
Wie sich Schmetterlinge von Nachtfaltern unterscheiden
Im Deutschen sind „Schmetterling" und „Falter" oft Synonyme, während umgangssprachlich zwischen „Tagfalter" und „Nachtfalter" unterschieden wird. Biologisch gesehen sind die wichtigsten Merkmale:
| Merkmal | Tagfalter | Nachtfalter |
|---|---|---|
| Fühler | Keulenförmig (mit verdickter Spitze) | Gefiedert oder fadenförmig |
| Ruhehaltung | Flügel senkrecht zusammengefaltet | Flügel horizontal ausgebreitet |
| Körper | Schlank | Oft kräftig, behaart |
| Aktivität | Tagsüber, bei sonnigem Wetter | Dämmerung und Nacht (die meisten Arten) |
Es gibt keine strengen Regeln: Manche nachtaktiven Arten fliegen tagsüber, und manche Tagfalter verstecken sich bei bewölktem Wetter. Mehr dazu im Artikel Tagfalter.
Warum Schmetterlinge erforschen
Schmetterlinge sind ein praktischer Indikator für die Gesundheit von Ökosystemen. Sie reagieren empfindlich auf Klimaveränderungen, die Qualität von Boden und Wasser sowie den Zustand der Vegetation. Wissenschaftler nutzen die Zusammensetzung von Schmetterlingsgemeinschaften als Maß für die regionale biologische Vielfalt.
Schmetterlinge sind zudem wichtige Bestäuber: Beim Besuch von Blüten auf der Suche nach Nektar übertragen sie Pollen. Manche Pflanzen werden fast ausschließlich von Schmetterlingen bestäubt.
Schließlich sind Schmetterlinge attraktive Objekte für Naturbeobachtung — Butterfly Watching gewinnt als ökologische Tourismusform an Beliebtheit.
Für den Einstieg siehe den Bereich Schmetterlingsfamilien und den Bestimmungsführer.