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Nach Flügelform

~1 Min.

Schmetterlingsbestimmung nach Flügelform: Schwänze, gezackte Kanten, eckige Spitzen, runde und längliche Flügel — mit Artbeispielen.

Nach Flügelform

Warum auf die Flügelform achten

Die Flügelform grenzt die Suche oft auf wenige Arten ein, noch bevor Sie Farbe oder Muster studiert haben. Besonders nützlich im Flug: Die Silhouette eines Schmetterlings bleibt bei jedem Licht erkennbar.

Nutzen Sie die Form zusammen mit Farbe und Größe — alle drei Merkmale zusammen führen fast immer zur richtigen Familie, oft direkt zur Art.


Mit langen „Schwänzen" an den Hinterflügeln

Schwänze sind fadenförmige oder ruderartige Fortsätze am Hinterflügel — typisch für mehrere Gruppen.

Schwalbenschwanz (Papilio machaon) — gelb mit schwarzem Muster. Schwänze 1–1,5 cm lang, mäßig breit. Russlands bekanntester „geschwänzter" Falter. Ritterfalter-Familie.

Segelfalter (Iphiclides podalirius) — blassgelb mit dunklen Streifen. Schwänze sehr lang und schmal — die längsten unter den russischen Ritterfaltern, fast fadenförmig.

Maacks Schwalbenschwanz (Papilio maackii) — schwarz mit blauem Schimmer, groß. Russischer Ferner Osten.

Zipfelfalter (Callophrys, Favonius) — klein, mit dünnen fadenförmigen Schwänzchen. Bläulings-Familie. Schwänzchen kurz, aber deutlich sichtbar.

Kleine Bläulinge (Cupido, Everes) — sehr klein; Schwänzchen fadenförmig und ohne Lupe kaum sichtbar.

Ritterfalter gegen Bläulinge nach Schwänzen: Ritterfalter haben breite oder mittlere Schwänze am breiten Flügel eines großen Falters. Bläulinge haben feine Fäden an einem winzigen Flügel.


Mit eckigen, „zerfetzten" Flügelkanten

Gezackte oder eckige unregelmäßige Kanten sind Tarnung: Solche Flügel ähneln einem angeknabberten oder trockenen Blatt.

Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) — Flügel mit charakteristischen eckigen „Zähnen" am Rand, die ein Blatt imitieren. Gelbes Männchen, grünliches Weibchen.

C-Falter (Polygonia c-album) — ockerbraun mit dunklen Flecken. Flügelränder tief eingeschnitten; eckige Silhouette. Die Unterseite ähnelt Rinde mit einem weißen „C"-Zeichen auf den Hinterflügeln. Edelfalter-Familie.

Kleiner Fuchs (Aglais urticae) — orange mit schwarzen Flecken. Die Vorderflügelspitze ist stumpf und leicht uneben; der Hinterflügelrand mäßig gezackt.


Mit runden Flügeln, ohne Fortsätze

Die meisten „gewöhnlichen" Schmetterlinge haben mehr oder weniger glatte Ränder.

Edelfalter im Allgemeinen: Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral, Perlmuttfalter, Scheckenfalter — bei den meisten sind die Vorderflügel dreieckig mit gerader oder leicht konkaver Vorderkante; die Hinterflügel runder.

Weißlinge (Großer Kohlweißling, Kleiner Kohlweißling, Baumweißling) — breite Flügel; Vorderflügelspitze rundlich-eckig; Hinterflügel sanft gerundet.

Augenfalter — Hinterflügel oft mit welligem Rand und kleinen Zähnen, aber ohne ausgeprägte Schwänze.


Mit länglichen, „pfeilförmigen" Flügeln

Schmale Vorderflügel und zurückgeschwungene Hinterflügel — ein Zeichen für schnelle, wendige Arten.

Schwärmer (Sphingidae, nachtaktiv) — Flügel sehr schmal und lang; Hinterflügel klein. Im Flug ähneln sie kleinen Kolibris oder Düsenjets. Dämmerungsaktiv.

Dickkopffalter (Hesperiidae) — klein; Vorderflügel dreieckig und eher schmal; Hinterflügel relativ klein. Flug schnell und „hüpfend".


Mit sehr breiten, segelartigen Flügeln

Apollofalter (Parnassius apollo) — Vorderflügel breit und leicht länglich; Hinterflügel rund; zusammen ein großes „Segel". Langsamer, gleitender Flug.

Vogelfalter (tropisch) — riesige Flügel mit länglichem Vorderflügel und schmalem Hinterflügel. Kommen in Russland nicht vor.


Asymmetrie zwischen Vorder- und Hinterflügeln

Bei den meisten Schmetterlingen sind die Vorderflügel größer als die Hinterflügel. Aber das Verhältnis unterscheidet sich:

  • Bei Weißlingen und Edelfaltern — Vorder- und Hinterflügel sind etwa gleich hoch; der Falter wirkt „quadratisch".
  • Bei Ritterfaltern — die Hinterflügel sind deutlich breiter und ragen nach hinten.
  • Bei Schwärmern — die Vorderflügel sind 2–3 mal länger als die Hinterflügel.
  • Bei Bläulingen — Vorder- und Hinterflügel sind fast gleich groß; in Ruhe faltet der Falter sie ordentlich aufrecht zusammen.

Praktischer Algorithmus zur Bestimmung nach Form

  1. Gibt es Schwänze? → Ritterfalter oder Bläuling (nach Größe).
  2. Sind die Kanten eckig oder „zerfetzt"? → Zitronenfalter oder C-Falter.
  3. Sind die Flügel sehr schmal und länglich? → Schwärmer (Dämmerung) oder Dickkopffalter.
  4. Alles andere → siehe Farbe und Größe.

Für schwierige Fälle — häufige Bestimmungsfehler.