Bläulinge
Bläulinge (Lycaenidae) — kleine Schmetterlinge mit blauen, kupferfarbenen oder braunen Flügeln: eine der artenreichsten Tagfalterfamilien.

Was sind Bläulinge
Bläulinge (Lycaenidae) sind eine der größten Tagfalterfamilien: etwa 6.000 Arten weltweit, davon mehr als 150 in Russland. Nach Artenzahl stehen sie nur hinter den Edelfaltern an zweiter Stelle, und in vielen Regionen übertreffen sie diese sogar.
Trotz ihrer bescheidenen Größe sind Bläulinge eine bemerkenswert vielfältige Gruppe. Zu ihnen gehören Arten mit metallisch blauen Flügeln, kupferrote Feuerfalter und unauffällige matt braune „braune Bläulinge", die ohne Lupe kaum zu unterscheiden sind.
Charakteristische Merkmale
Geringe Größe. Die Flügelspannweite der meisten Arten beträgt 2–4 cm. Die kleinsten Bläulinge (Zwerg-Bläulinge, Cupido) sind etwa 1,5 cm groß.
Geschlechtsdimorphismus in der Färbung. Bei den meisten Arten sind Männchen und Weibchen sehr unterschiedlich gefärbt:
- Männchen — intensiv blau, violettblau oder kupferrot mit metallischem Schimmer.
- Weibchen — braun oder matt braun, oft mit blauer Flügelbasis oder orangen Randflecken.
Flügelunterseite. Die Oberseite ist leuchtend; die Unterseite kryptisch: grau oder beige mit einem charakteristischen Muster dunkler Flecken in weißen Ringen und orangen Flecken. Die meisten Arten werden anhand der Unterseite bestimmt.
Feine Schwänzchen. Manche Arten (Zipfelfalter) haben fadenförmige „Schwänzchen" an den Hinterflügeln — oft für Fühler gehalten, was Fressfeinde verwirrt.
Hauptgruppen
Typische Bläulinge (Polyommatus, Plebejus, Lysandra)
Blaue Männchen, braune Weibchen. Die charakteristischste und zahlreichste Gruppe. In Russland häufig:
Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) — eine der am weitesten verbreiteten Arten. Das Männchen ist leuchtend blau mit weißem Fransensaum; das Weibchen braun mit orangen Randflecken. Die Unterseite ist grau mit Flecken und einem orangen Fleck. Überall auf Wiesen, Wegrändern und Lichtungen zu finden. Die Raupe frisst Klee, Luzerne und andere Hülsenfrüchtler.
Argus-Bläuling (Plebejus argus) — blau mit ausgeprägtem dunklem Rand. Orange Randflecken auf den Hinterflügeln bei beiden Geschlechtern. Lebt auf trockenen Wiesen und Heideland.
Damon-Bläuling (Polyommatus daphnis) — größer als typische Bläulinge, mit gezacktem Hinterflügelrand. Eine südliche Art.
Feuerfalter (Lycaena)
Kupferorange oder feuerrote Schmetterlinge — manchmal „Feuerfalter" genannt, obwohl das zu Verwechslungen mit nicht verwandten Insekten führt. Mehrere Arten in Russland:
Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas) — orangekupferfarben mit dunklen Flecken und grauer Unterseite. In ganz Russland verbreitet, sehr häufig. Die Raupe frisst Sauerampfer.
Großer Feuerfalter (Lycaena dispar) — größer als üblich, das Männchen leuchtend orange ohne Flecken; in mehreren europäischen Ländern geschützt.
Grüne Zipfelfalter (Callophrys, Favonius und andere)
Kleine Schmetterlinge mit grüner Unterseite — einzigartig in der Familie. Sie fliegen im Frühjahr und Frühsommer in Waldlebensräumen. Der Eichen-Zipfelfalter (Favonius quercus) ist dunkel mit blauer Basis beim Männchen und kommt in Eichenwäldern vor.
Myrmekophile Bläulinge (Phengaris, Maculinea)
Die ungewöhnlichste Gruppe. Die Raupen dieser Arten ziehen in späten Larvenstadien in Ameisennester ein und vollenden dort ihre Entwicklung, indem sie Ameisenlarven fressen oder Ameisen um Futter betteln. Ameisen akzeptieren sie, weil die Raupen den Geruch und die Geräusche der Ameisenbrut nachahmen.
Zu dieser Gruppe gehören seltene Arten — der Schwarzfleckige Ameisenbläuling (Phengaris arion) und der Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Phengaris alcon), beide im russischen Roten Buch verzeichnet.
Wo und wann man Bläulinge findet
Bläulinge bevorzugen offene Flächen mit vielfältigem Bewuchs: Wiesen, Steppen, Waldränder, Hänge, Wegränder. Waldarten (Zipfelfalter) halten sich in der Nähe von Baumkronen auf.
Die meisten Arten fliegen von Mai bis August; manche haben zwei Generationen. Sie sind an warmen sonnigen Tagen aktiv; Männchen versammeln sich oft auf Hügelkuppen oder in Sonnenflecken.
Zur Bestimmung fotografieren Sie sowohl die Ober- als auch die Unterseite der Flügel: Viele Arten sind ohne die Unterseite nicht zu unterscheiden. Nutzen Sie den Farbbestimmer als ersten Schritt.
Wie man sie nicht mit anderen Familien verwechselt
- Von Augenfaltern: Bläulinge sind viel kleiner und haben keine großen Augenflecken.
- Von Scheckenfaltern: Bläulinge sind nicht orange gemustert; blaue Männchen haben eine einheitliche oder schwach gefleckte Oberseite.
- Von kleinen Weißlingen: Bläulinge sind nicht weiß oder gelb.