Seltene Schmetterlinge
Seltene Schmetterlinge Russlands — im Roten Buch verzeichnete Arten: Apollofalter, Schwarzer Apollo, Schwarzfleckiger Ameisenbläuling und weitere zurückgehende Lepidopteren.

Was „seltene Art" bedeutet
Seltene Arten sind solche mit geringer oder rückläufiger Populationszahl. In Russland ist das offizielle Schutzinstrument das Rote Buch der Russischen Föderation — eine periodisch aktualisierte Liste von Arten, die besonderen Schutz benötigen. Die letzte Ausgabe erschien 2021.
Arten im Roten Buch erhalten Kategorien:
- 0 — wahrscheinlich ausgestorben
- 1 — vom Aussterben bedroht
- 2 — im Bestand rückläufig
- 3 — selten
- 4 — Status ungewiss
Das Sammeln, Halten, Verkaufen und der Export von Arten des Roten Buches sind gesetzlich verboten, unabhängig von der Kategorie.
Wichtige seltene Arten Russlands
Apollofalter (Parnassius apollo) — Kategorie 2
Ein großer weißer Schmetterling mit roten Flecken in schwarzen Ringen auf den Hinterflügeln und schwarzen Flecken auf den Vorderflügeln. Flügelspannweite 6–9 cm. Die Flügel sind leicht durchscheinend.
Lebt an offenen felsigen Hängen mit Mauerpfeffer (Sedum) — der Wirtspflanze der Raupe. In Russland kommt er in den Bergen des Urals, Altai, der Sajan-Berge und des Kaukasus sowie örtlich in manchen Tieflandgebieten vor.
Gründe für den Rückgang: Lebensraumverschlechterung, Beweidung, Erholungsdruck, früheres Sammeln. Heute gesetzlich geschützt; die Bestände haben sich in manchen Gebieten stabilisiert.
Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne) — Kategorie 2
Weiß, ohne rote Flecken, mit schwarzen Flecken und leicht durchscheinenden Flügeln. Kleiner als der Apollofalter — Flügelspannweite 4,5–6 cm.
Eine Waldart, gebunden an feuchte Laubwälder, in denen Lerchensporn (Corydalis) wächst. Die Raupen ernähren sich ausschließlich davon. Verblüht der Lerchensporn bis Juni, gehen die Raupen in den Boden.
Die Bestände sinken mit dem Verlust geeigneten Waldes. Kahlschlag von Laubwaldbeständen und deren Ersatz durch Nadelholzmonokulturen ist die Hauptbedrohung.
Schwarzfleckiger Ameisenbläuling (Phengaris arion) — Kategorie 1
Blauer Schmetterling mit schwarzen Flecken; Unterseite graulich-weiß mit dunklen Flecken. Klein — Flügelspannweite 3–4 cm.
Eine der am stärksten spezialisierten Arten Russlands. Die Raupen ernähren sich in den ersten Wochen von Thymian (Thymus), ziehen dann in Nester der Roten Rasenameise (Myrmica sabuleti) ein, wo sie überwintern und sich von Ameisenlarven ernähren. Die Art benötigt zwingend sowohl Thymian als auch eine bestimmte Ameisenart.
Kommt örtlich an Kalkstein- und Steppenhängen im europäischen Russland vor. Die Bestände sind sehr gering.
Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Phengaris alcon) — Kategorie 2
Ähnlich dem Schwarzfleckigen Ameisenbläuling, aber an Feuchtgebiete gebunden. Die Raupen ernähren sich von Enzian (Gentiana) und ziehen anschließend ebenfalls in Ameisennester ein. Moorverschlechterung und Torfentwässerung sind die Hauptbedrohungen.
Brombeer-Perlmuttfalter (Brenthis daphne) — Kategorie 3
Orange mit schwarzem Punktmuster; Hinterflügelunterseite mit violettem Schimmer und dunklem Muster. Eine seltene südliche Art an Waldrändern des Kaukasus und des Südens des europäischen Russlands. Die Raupe frisst Brombeere und Himbeere.
Apollinaris-Apollo (Archon apollinus) — Kategorie 1
Kommt in Russland nur bei Noworossijsk vor — dem nördlichsten Punkt des Verbreitungsgebiets der Art. Weiß mit roten Flecken und dunklem Muster, aber komplexer als beim Apollofalter. Äußerst selten.
Ursachen des Populationsrückgangs
Lebensraumzerstörung ist die Hauptursache für den Verlust seltener Schmetterlinge. Wiesen verbuschen, wenn das Mähen eingestellt wird; Steppen werden umgepflügt; Wälder abgeholzt. Hochspezialisierte Arten, die an bestimmte Pflanzen und Bedingungen gebunden sind, können sich nicht anpassen.
Pestizide. Insektizide, Nematizide und Herbizide töten Schmetterlinge und Raupen ebenso wie deren Wirtspflanzen.
Klimawandel. Verschiebungen der Blütezeit stimmen nicht mehr mit dem Schlüpfen der Raupen überein. Bergarten müssen höher ziehen, doch alpine Wiesen sind begrenzt.
Tourismusdruck. Zertrampeln von Lebensräumen; Schädigung von Hängen mit Thymian und Mauerpfeffer.
Was tun, wenn man einen seltenen Schmetterling sieht
- Nicht fangen. Das Sammeln geschützter Arten ist illegal und schadet kleinen Populationen.
- Fotografieren. Ein gutes Foto ist mehr wert als ein Exemplar. Ort und Datum festhalten.
- Die Beobachtung melden auf einer Biodiversitätsplattform (iNaturalist, regionale Citizen-Science-Projekte und ähnliche) — Ihr Eintrag erreicht Wissenschaftler.
- Benachrichtigen Sie die regionale Naturschutzbehörde, wenn Sie einen neuen Fundort für eine seltene Art entdecken.
Wie man Schmetterlingen helfen kann
- Mähen Sie nicht alle Wiesen um sich herum — lassen Sie Flecken mit vielfältigem Grasland stehen.
- Erhalten Sie Brennnesselflecken — eine Wirtspflanze für viele Arten.
- Vermeiden Sie Insektizide zumindest auf einem Teil Ihres Grundstücks.
- Unterstützen Sie Schutzgebiete.
Mehr zum Auffinden einer bestimmten Art — im Bestimmungsführer für Schmetterlinge. Familien seltener Ritterfalter — bei den Ritterfaltern.