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Papilionidae

Ritterfalter

~1 Min.Papilionidae

Ritterfalter (Papilionidae) — eine Familie großer, auffälliger Schmetterlinge: Schwalbenschwanz, Segelfalter, Apollofalter und Schwarzer Apollo.

Ritterfalter

Was sind Ritterfalter

Ritterfalter (Papilionidae) sind eine Familie von etwa 600 Tagfalterarten auf allen Kontinenten. Zu ihnen gehören die größten Tagfalter der gemäßigten Klimazonen: Russische Arten haben eine Flügelspannweite von 6–9 cm, während tropische Arten 25–30 cm erreichen.

Etwa 10–12 Ritterfalterarten sind in Russland dauerhaft ansässig; einige weitere kommen im Süden als Wanderer oder seltene Irrgäste vor.

Charakteristische Merkmale

Größe. Alle russischen Ritterfalter sind deutlich größer als die meisten anderen Tagfalter.

„Schwänze". Viele Arten (Schwalbenschwanz, Segelfalter) haben charakteristische verlängerte Fortsätze — „Schwänze" — an den Hinterflügeln. Arten der Gattung Parnassius (Apollofalter, Schwarzer Apollo) haben keine Schwänze.

Langsamer Flug. Ritterfalter fliegen ruhig mit gleitenden Bewegungen — daher ihr russischer Name („parusniki", segelnde Flieger). Bei gutem Wetter sind sie über Wiesen und Berghängen leicht zu entdecken.

Osmeterium — chemische Verteidigung der Raupen. Bei Bedrohung fährt die Raupe ein leuchtendes, gabelförmiges oranges oder rotes Organ mit scharfem, unangenehmem Geruch hinter dem Kopf aus. Das schreckt Ameisen, Spinnen und kleine Fressfeinde ab. Die Farbe des Osmeteriums variiert je nach Art.

Ritterfalterarten in Russland

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Der bekannteste und am weitesten verbreitete russische Ritterfalter. Gelb mit schwarzem Muster, charakteristischen „Schwänzen" und blauen und roten Flecken auf den Hinterflügeln. Flügelspannweite 6,5–8 cm.

Kommt in der gesamten gemäßigten und südlichen Zone Russlands vor: auf Wiesen, Feldern, an Waldrändern, in Gärten und auf Brachflächen. Die Raupe ist leuchtend grün mit schwarzen Streifen und orangen Flecken; sie frisst Doldenblütler — Karotte, Dill, Petersilie, Engelwurz, Bärenklau.

Bringt im Süden 2–3 Generationen pro Sommer hervor, im Norden 1–2. Überwintert als Puppe.

Segelfalter (Iphiclides podalirius)

Blassgelb mit mehreren dunklen Bändern und langen „Schwänzen" an den Hinterflügeln. Flügelspannweite 6–8 cm. Der Flug ist leicht und schnell.

Weit verbreitet im europäischen Russland (außer im Norden) und im Kaukasus. Bevorzugt warme Hänge mit Sträuchern: Schlehe, Pflaume, Kirschpflaume — Wirtspflanzen der Raupe. Weniger häufig als der Schwalbenschwanz; kann in den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets selten sein.

Apollofalter (Parnassius apollo)

Weiß mit roten (manchmal gelben) Flecken auf den Hinterflügeln und schwarzen Flecken auf den Vorderflügeln. Flügelspannweite 6–9 cm. Die Flügel sind teilweise durchscheinend.

Eine Bergart: lebt an felsigen und steinigen Hängen mit blühendem Mauerpfeffer (Sedum) — der Hauptwirtspflanze der Raupe. In Russland kommt er im Ural, Altai, den Sajan-Bergen und im Kaukasus vor.

Im russischen Roten Buch verzeichnet. Die Bestände sinken durch Lebensraumzerstörung, Sammeln und Klimawandel. Sehen Sie einen — fangen Sie ihn nicht.

Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne)

Halbdurchscheinend weiß, ohne „Schwänze", mit schwarzen Flecken und ohne rote Flecken. Kleiner als der Apollofalter — Flügelspannweite 4,5–6 cm.

Eine Waldart: lebt in feuchten Laubwäldern, wo Lerchensporn (Corydalis) wächst — die einzige Wirtspflanze der Raupe. Wenn der Lerchensporn verblüht, versteckt sich die Raupe in der Laubstreu.

Im russischen Roten Buch verzeichnet. Die Bestände sinken durch die Zerstörung von Waldgebieten und Abholzung.

Phoebus-Apollofalter (Parnassius phoebus)

Ähnlich dem Apollofalter, lebt aber noch höher in den Bergen — in der alpinen Stufe des Altai und der Sajan-Berge. Er hat ebenfalls rote Flecken, doch das Muster unterscheidet sich etwas. Eine seltene Art.

Ökologie und Beobachtung

Ritterfalter sind an warmen sonnigen Tagen aktiv. Tieflandarten (Schwalbenschwanz, Segelfalter) kommen von April bis August vor; Bergarten (Apollofalter) hauptsächlich im Juli.

Ritterfalter sieht man am häufigsten auf blühenden Wiesen, entlang von Flüssen und auf Bergpfaden. Männchen vieler Arten patrouillieren feste Routen entlang von Waldrändern oder Hängen.

Sehen Sie einen großen gelben oder weißen Schmetterling mit „Schwänzen" — handelt es sich fast sicher um einen Ritterfalter. Nutzen Sie den Farbbestimmer, um die Art einzugrenzen.

Schutz

Zwei russische Arten — der Apollofalter und der Schwarze Apollo — sind gesetzlich geschützt. Ihr Sammeln, Besitz und Verkauf sind verboten. Finden Sie eine Population dieser Schmetterlinge, melden Sie dies der örtlichen Naturschutzbehörde oder tragen Sie die Beobachtung in ein Biodiversitäts-Monitoringsystem ein.

Mehr zu seltenen Arten — im Abschnitt seltene Schmetterlinge.

Häufig gestellte Fragen