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Nach Raupe

~1 Min.

Bestimmungsführer für Raupen: grün, behaart, mit Horn, mit Augenflecken, mit Dornen. Wie man erkennt, welcher Schmetterling aus einer gefundenen Raupe schlüpft.

Nach Raupe

Warum die Raupe bestimmen

Raupen findet man häufiger als erwachsene Schmetterlinge: Sie sind langsam, leben wochenlang auf einer Pflanze und sind leicht zu entdecken. Wenn Sie wissen wollen, welcher Schmetterling schlüpfen wird, oder einfach, wer Ihren Garten oder Schrebergarten „auffrisst" — dieser Leitfaden ist für Sie.

Wichtigste Raupenmerkmale zur Bestimmung: Farbe und Muster, Vorhandensein von Haaren, Hörner und Fortsätze, Wirtspflanze, Größe.


Grüne Raupen

Grün ist die häufigste Farbe: Tarnung zwischen dem Laub.

Schwalbenschwanz-Raupe (Papilio machaon) — grün mit schwarzen Querbändern und orangeroten Flecken auf jedem Segment. Bis zu 45 mm lang. Ernährt sich von Doldenblütlern (Karotte, Dill, Bärenklau). Bei Berührung fährt sie ein weiches, orangefarbenes, gabelförmiges Osmeterium mit scharfem Geruch aus.

Segelfalter-Raupe (Iphiclides podalirius) — grün mit gelbem Seitenband und schrägen gelben Streifen. Ernährt sich von Rosengewächsen: Schlehe, Pflaume, Kirsche, Weißdorn.

Weißlings-Raupen (Großer und Kleiner Kohlweißling, Baumweißling) — grünlich oder graugrün mit gelben Längsstreifen und schwarzen Punkten. Fressen Kreuzblütler (Großer und Kleiner Kohlweißling) oder Rosengewächse (Baumweißling).

Zitronenfalter-Raupe (Gonepteryx rhamni) — einheitlich grün, sehr blattähnlich. Ernährt sich von Faulbaum.

Labkraut-Schwärmer-Raupe (Hyles gallii) — grün oder dunkelbraun mit einer Reihe gelblicher Flecken an den Seiten und einem roten „Horn" am Hinterende. Ernährt sich von Labkraut und Weidenröschen.


Behaarte und wollige Raupen

Haare schützen mechanisch vor Fressfeinden und Parasitoiden; bei manchen Arten sind sie chemisch (die Haare enthalten Reizstoffe).

Brauner Bär (Arctia caja) — dicht mit rostroten und schwarzen Haaren bedeckt; aus der Ferne wie ein kleiner Pelzball. Nicht anfassen: Die Haare reizen die Haut. Ernährt sich von gemischten Kräutern — Brennnessel, Sauerampfer, Wegerich.

„Wollbär"-Raupen (Arctia) — oft im Spätsommer auf Wegen und Straßen zu sehen. Raupen verschiedener Bärenspinner auf der Suche nach einem Verpuppungsort.

Ringelspinner (Malacosoma neustria) — bläuliche Raupe mit braunem Rückenstreifen und langen weißen Seitenhaaren. Lebt koloniebildend in seidenen „Zelten" auf Obstbäumen; kann Äste entlauben. Ein Gartenschädling.

Nonne (Lymantria monacha) und Schwammspinner (Lymantria dispar) — Raupen mit langen Haarbüscheln, grau mit roten und blauen Höckern. Bei Massenvermehrung entlauben sie große Waldflächen.


Raupen mit Hinterhorn (Schwärmer)

Ein Kennzeichen der Schwärmer (Sphingidae) ist ein fleischiges „Horn" oder ein Höcker am letzten Hinterleibssegment. Die Hornfarbe kontrastiert oft mit dem Körper.

Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) — große Raupe (bis zu 12 cm), gelbgrün oder braun mit schrägen violetten Streifen; Horn dunkel, hakenförmig. Ernährt sich von Kartoffel, Nachtschatten, Esche.

Oleanderschwärmer (Daphnis nerii) — leuchtend grün mit einem blauen „Auge" in weißem Ring nahe dem Kopf. Ernährt sich von Oleander und Immergrün; in Russland ein seltener Irrgast.

Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor) — braune oder grüne Raupe mit großen „Augen" am Vorderende (imitiert bei Bedrohung einen Schlangenkopf). Ernährt sich von Weidenröschen, Fireweed, Labkraut.

Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri) — grün mit schrägen weißen Streifen und violettem Horn. Ernährt sich von Flieder, Liguster, Esche.


Raupen mit „Augen" (Falschaugen)

Mehrere Arten haben große falsche „Augen" am Vorderkörper — um Vögel zu erschrecken, indem sie einen Schlangen- oder Eulenkopf imitieren.

Schwärmer — wie oben; der Mittlere Weinschwärmer ist besonders auffällig.

Pappelglasflügler und einige andere — kleine Raupen mit Flecken, die Augen auf dem vergrößerten Vorderbrustsegment imitieren.


Raupen mit Dornen (Edelfalter)

Viele Edelfalter haben verzweigte oder einfache Dornen — sie erschweren die Körperform und behindern das Verschlucken.

Kleiner Fuchs (Aglais urticae) — schwarz mit gelb-weißen Punkten und einer Reihe kurzer verzweigter Dornen über dem Körper. Lebt gruppenweise auf Brennnessel in einem „Nest" aus zusammengesponnenen Blättern.

Tagpfauenauge (Aglais io) — ähnlich dem Kleinen Fuchs, aber mit längeren Dornen. Ebenfalls auf Brennnessel, in großen Gruppen.

Distelfalter (Vanessa cardui) — graugrünlich mit gelben Seitenflecken und Dornen. Einzelgängerisch; spinnt ein Blatt ein. Auf Distel, Klette.

Admiral (Vanessa atalanta) — dunkel mit gelben Flecken und verzweigten Dornen. Einzelgängerisch, in einer Röhre aus Brennnesselblättern.

Trauermantel (Nymphalis antiopa) — schwarz mit roten Flecken und schwarzen Dornen. Lebt gruppenweise auf Weide, Birke, Pappel.


„Spanner"-Raupen (Geometridae)

Spanner-Raupen sind an ihrer Fortbewegung leicht zu erkennen: Ihnen fehlen einige Bauchbeinpaare, und sie bewegen sich in einer Schlaufe, indem sie das Hinterende zum Vorderende ziehen — „spannend".

Die Farbe ist vielfältig: grün, braun, grau — meist gut getarnt. In Ruhe stehen sie oft aufrecht und imitieren einen Zweig.

Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) — grüne Raupe mit weißen Längsstreifen. Entlaubt im Frühjahr Eiche, Apfel, Kirsche — ein bedeutender Obstgartenschädling.


Die Wirtspflanze als Bestimmungsschlüssel

Die Wirtspflanze ist eines der wichtigsten Merkmale. Finden Sie die Raupe auf einer bestimmten Pflanze, grenzen Sie die Kandidaten sofort ein:

PflanzeWahrscheinliche Raupenart
BrennnesselKleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral, Distelfalter
Doldenblütler (Karotte, Dill)Schwalbenschwanz
Schlehe, Pflaume, KirscheSegelfalter, Baumweißling, Ringelspinner
Kreuzblütler (Kohl)Großer Kohlweißling, Kleiner Kohlweißling, Kohleule
Weidenröschen (Fireweed)Labkraut-Schwärmer, Mittlerer Weinschwärmer
Birke, Weide, PappelTrauermantel, Eisvögel, verschiedene Eulenfalter
FaulbaumZitronenfalter
Gräser, SeggenAugenfalter (Kleines Wiesenvögelchen, Großes Ochsenauge, Mohrenfalter)

Was mit einer gefundenen Raupe tun

Wenn Sie die Metamorphose beobachten möchten:

  1. Setzen Sie die Raupe in ein belüftetes Behältnis mit ausreichend Platz um.
  2. Stellen Sie frische Zweige der Wirtspflanze bereit — täglich wechseln.
  3. Wenn sie aufhört zu fressen und zu „wandern" beginnt, ist sie verpuppungsbereit. Fügen Sie Zweige hinzu, an denen sich die Puppe befestigen kann.
  4. Lassen Sie den Schmetterling frei, sobald er geschlüpft ist.

Mehr zur Entwicklung — in Lebenszyklus und Metamorphose.