Große Schmetterlinge
Große Schmetterlinge beeindrucken mit ihrer Flügelspannweite: vom bekannten Schwalbenschwanz in Russland bis zu riesigen Vogelfaltern mit über 25 Zentimetern Spannweite.

Was als großer Schmetterling gilt
„Groß" ist relativ: Nach den Maßstäben Zentralrusslands ist eine Flügelspannweite von 7 cm bereits beachtlich; in den Tropen Südostasiens ist das bescheiden. Zur Übersicht unterteilen wir nach Region: zuerst große Arten Russlands, dann die weltweiten Rekordhalter.
Große Schmetterlinge Russlands
Schwalbenschwanz (Papilio machaon) — 65–80 mm
Der bekannteste große Tagfalter des Landes. Gelb mit schwarzem Muster, charakteristischen „Schwänzen" an den Hinterflügeln, blauen und roten Flecken. Kommt in der gesamten gemäßigten Zone Russlands vor — Wiesen, Lichtungen, Gärten.
Die Raupe ist grün mit schwarzen Streifen und orangen Flecken; sie frisst Doldenblütler: Karotte, Dill, Bärenklau, Engelwurz. Bei Bedrohung fährt sie ein leuchtend oranges Osmeterium mit unangenehmem Geruch aus. Mehr zur Familie — bei den Ritterfaltern.
Apollofalter (Parnassius apollo) — 60–90 mm
Weiß mit roten Flecken in schwarzen Ringen und dunklen Flecken auf den Vorderflügeln. Die Flügel sind leicht durchscheinend. Eine Bergart: lebt an felsigen Hängen des Urals, Altai und Kaukasus.
Im russischen Roten Buch verzeichnet. Der Flug ist langsam und würdevoll — er gleitet und schlägt kaum mit den Flügeln. Sehen Sie einen — fangen Sie ihn nicht.
Maacks Schwalbenschwanz (Papilio maackii) — 90–120 mm
Der größte Ritterfalter Russlands. Kommt nur in der Region Primorje und der Oblast Amur vor — in gemischten Laubwäldern des russischen Fernen Ostens.
Oberseite schwarz mit grünblauem metallischem Schimmer; Unterseite mit roten und blauen Flecken. Der Flug ist schnell und kraftvoll. Im russischen Roten Buch verzeichnet. Die Raupe frisst Amur-Korkbaum (Phellodendron amurense).
Trauermantel (Nymphalis antiopa) — 65–80 mm
Einer der größten Edelfalter Russlands. Dunkel kastanienbraun mit cremegelbem Saum und blauen Flecken. Überwintert als erwachsener Falter; lebt bis zu 10–11 Monate. Kommt in der gesamten gemäßigten Zone in Wäldern und Parks vor.
Segelfalter (Iphiclides podalirius) — 55–75 mm
Blassgelb mit mehreren dunklen Querbändern und sehr langen „Schwänzen". Ruhiger Flug. Lebt im europäischen Russland und im Kaukasus; bevorzugt warme Ränder mit Weißdorn und Pflaume.
Kaisermantel (Argynnis paphia) — 55–70 mm
Der größte der Perlmuttfalter. Orange mit schwarzem Punktmuster; Hinterflügelunterseite mit silbrig-perlmuttartigem Muster. Fliegt im Juli–August auf Waldlichtungen und -rändern.
Großer Eisvogel (Limenitis populi) — 70–80 mm
Einer der größten Edelfalter im europäischen Russland. Dunkelbraun mit weißem Band auf den Flügeln und einer Reihe rostiger Flecken am Hinterflügelrand. Lebt in Laubwäldern mit Pappeln und Espen. Männchen trinken oft an Pfützen und auf Wegen.
Die größten Schmetterlinge der Welt
Königin-Alexandra-Vogelfalter (Ornithoptera alexandrae) — bis zu 280 mm
Der absolute Rekordhalter unter den Tagfaltern. Weibchen sind deutlich größer als Männchen: Flügelspannweite bis zu 28 cm. Lebt in Tieflandwäldern der Provinz Oro, Papua-Neuguinea. Die Art ist bedroht; die Jagd ist verboten. Die Raupe frisst die giftige Kletterpflanze Aristolochia schlechteri und sammelt Toxine an, die den Schmetterling für Fressfeinde ungenießbar machen.
Priamus-Vogelfalter (Ornithoptera priamus) — bis zu 200 mm
Männchen leuchtend grün mit Schwarz; Weibchen braun-weiß. Kommt in Australien, Melanesien und auf den Molukken vor. Durch internationale Abkommen geschützt.
Pariser Pfauenfalter (Papilio paris) — bis zu 130 mm
Ein großer asiatischer Ritterfalter mit einem schillernden blauen Fleck auf den Hinterflügeln. Kommt in Süd- und Südostasien vor.
Menelaos-Morphofalter (Morpho menelaus) — 100–200 mm
Berühmte tropische Schmetterlinge Südamerikas mit leuchtend blauen, schillernden Flügeln. Das Blau entsteht nicht durch Pigment, sondern durch die Nanostruktur der Schuppen, die Licht streuen. Männchen fliegen über dem Blätterdach des Waldes und blitzen in der Sonne auf.
Warum große Schmetterlinge meist tropisch sind
Die Größe von Insekten wird durch Wärme und Nahrungsverfügbarkeit begrenzt. In den Tropen ist es ganzjährig warm, mit immergrüner Vegetation — kein Zeitdruck wie in gemäßigten Klimazonen. Raupen können langsamer wachsen und mehr Masse ansetzen. Daher stammen die größten Arten immer aus den Tropen.
Im gemäßigten Klima Russlands zwingt die kurze Saison zu schneller Entwicklung — selbst „große" heimische Arten sind daher im weltweiten Vergleich bescheiden.
Um einen gesichteten großen Schmetterling zu bestimmen — Bestimmung nach Größe und nach Flügelfarbe.