Wie viele Schmetterlingsarten es gibt
Weltweit sind etwa 157.000 Lepidopterenarten beschrieben. Tagfalter zählen etwa 20.000 Arten. In Russland gibt es rund 2.200 Lepidopterenarten.

Die Antwort hängt davon ab, was man als „Schmetterlinge" zählt
Das Wort „Schmetterling" wird in der Alltagssprache unterschiedlich verwendet: manchmal nur für Tagfalter, manchmal für alle Lepidopteren. In der wissenschaftlichen Klassifikation sind alle Mitglieder der Ordnung Lepidoptera (Schuppenflügler) — sowohl die schönen Tagfalter als auch die unauffälligen Nachtfalter.
Die Antwort auf die Frage „wie viele Arten?" hängt also davon ab, was genau man zählt.
Alle Lepidopteren weltweit: etwa 157.000 Arten
Stand 2025 haben Wissenschaftler etwa 157.000 Arten von Lepidopteren beschrieben. Damit ist Lepidoptera die zweitartenreichste Insektenordnung nach den Käfern (etwa 400.000 Arten).
Doch beschriebene Arten sind nicht alles, was existiert. Jedes Jahr veröffentlichen Entomologen Beschreibungen mehrerer hundert neuer Arten, hauptsächlich aus tropischen Regionen: Amazonien, Kongo, Neuguinea, Südostasien. Die tatsächliche Zahl der Lepidopteren wird auf 180.000–200.000 Arten geschätzt.
Tagfalter: etwa 20.000 Arten
Von der gesamten Lepidopterenvielfalt bilden die Tagfalter (Überfamilie Papilionoidea) einen relativ kleinen Teil — etwa 18.000–20.000 Arten, ungefähr jede achte.
Der Rest sind Nachtfalter und Motten verschiedener Familien. Darunter viele unauffällige Kleinarten, aber auch interessante Gruppen wie Schwärmer, Nachtpfauenaugen, Bärenspinner, Eulenfalter und Spanner.
In Russland: etwa 2.200 Arten
Russland ist das größte Land der Welt, und seine Lepidopterenfauna ist entsprechend riesig:
| Gruppe | Ungefähre Artenzahl |
|---|---|
| Alle Lepidopteren (Lepidoptera) | ~2.200 |
| Tagfalter (Papilionoidea) | ~300–350 |
| Nachtfalter der großen Familien | ~800–1.000 |
| Kleinschmetterlinge und Mikrolepidopteren | ~1.000+ |
Die größte Vielfalt findet sich im Fernen Osten (Region Primorje) und im Kaukasus, wo sich die Faunen mehrerer biogeografischer Regionen überschneiden.
Wo weltweit die meisten Schmetterlinge leben
Die Artenvielfalt der Lepidopteren ist direkt mit Klima und Vegetation verknüpft. Die größte Artenzahl gibt es im tropischen Gürtel.
Südamerika — der absolute Spitzenreiter. Amazonien allein beherbergt etwa 3.000 Arten Tagfalter. Das Amazonasbecken schafft mit seinen immergrünen Wäldern, der enormen Pflanzenartenzahl und der ganzjährigen Wärme ideale Bedingungen für aufblühende Vielfalt.
Zentralafrika — die zweitreichste Region: allein in der Äquatorialzone etwa 2.500–3.000 Tagfalterarten.
Südostasien (Malaysia, Indonesien, Papua-Neuguinea) — etwa 2.000 Arten in einzelnen Ländern.
Europa insgesamt — etwa 500 Tagfalterarten.
Britische Inseln — nur etwa 60 heimische Tagfalterarten.
Warum die Tropen so artenreich sind
Mehrere zusammenhängende Gründe:
Wärme. Schmetterlinge sind wechselwarme Insekten. In den Tropen gibt es keine Kältephase, die den Lebenszyklus unterbricht: Arten können Generation um Generation ununterbrochen hervorbringen.
Pflanzenvielfalt. Viele Schmetterlingsarten sind spezialisiert: Raupen fressen nur eine einzige Pflanzengattung. Die Tropen haben 10- bis 20-mal mehr Pflanzen als die gemäßigte Zone — das bedeutet mehr spezialisierte „Partner".
Stabilität. Tropische Wälder bestehen seit Millionen Jahren ohne Eiszeitkatastrophen, die viele Faunen der gemäßigten Zone zerstört haben. Mehr Zeit — mehr evolutionäre Experimente.
Fläche. Eine große Fläche geeigneter Lebensräume trägt mehr Arten.
Wie viele Arten noch unentdeckt sind
Entomologen schätzen, dass 15.000–40.000 Lepidopterenarten der Wissenschaft noch unbekannt sind. Die meisten sind kleine Nachtfalter aus unzugänglichen tropischen Wäldern.
Neue Tagfalterarten werden seltener entdeckt, kommen aber vor: In den 2010er-Jahren wurden im Himalaya und in Südostasien mehrere neue Bläulinge und Edelfalter beschrieben.
Wie viele russische Arten bedroht sind
Von den ~350 russischen Tagfalterarten sind etwa 40 im russischen Roten Buch verzeichnet. Die Datenlage für Nachtfalter ist weniger vollständig, doch die Bedrohungen sind ähnlich: Lebensraumverlust, Pestizide, Klimawandel.
Mehr dazu im Abschnitt seltene Schmetterlinge und im regionalen Atlas.