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Nach Fundort

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Schmetterlingsbestimmung nach Fundort: Wiese, Wald, Waldrand, Garten, Moor, Berge, Küste — welche Arten wo in Russland leben.

Nach Fundort

Warum den Fundort berücksichtigen

Der Lebensraum ist einer der schnellsten Filter bei der Bestimmung. Viele Arten sind eng an eine bestimmte Umgebung gebunden: Wo die Wirtspflanze der Raupe wächst, dort bleibt auch der erwachsene Schmetterling. Die Kombination „Ort + Jahreszeit" führt oft schon vor dem Studium des Musters zu ein oder zwei Kandidaten.

Nutzen Sie diesen Leitfaden zusammen mit der Bestimmung nach Farbe, nach Flügelform und nach Jahreszeit.


Offene Wiese und blütenreiche Lichtung

Wiesen sind der artenreichste Lebensraum der gemäßigten Zone. Nektarblüten für erwachsene Falter und Gräser/Kräuter für Raupen machen sie zur Hauptheimat der Tagfalter.

Häufige Arten:

  • Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) — braun mit Augenfleck, Juni–August
  • Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) — kleine ockerfarbene Art, Mai–September
  • Großer Kohlweißling (Pieris brassicae) — weiß, groß, die ganze Saison
  • Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae) — weiß, kleiner als der Große Kohlweißling, zwei Generationen
  • Baumweißling (Aporia crataegi) — weiß mit dunklen Adern, Juni
  • Perlmuttfalter (Argynnis, Speyeria) — rostbraun mit „silbriger" Unterseite, Juni–August
  • Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) — schachbrettartig rostbraun, Mai–Juni

Worauf man auf der Wiese achten sollte: blühender Klee, Distel, Schafgarbe, violette Doldenblütler — dort fressen immer mehrere Arten.


Waldrand und Lichtung

Die Grenze zwischen Wald und offenem Gelände hat die größte Vielfalt. Hier treffen sich Wald- und Wiesenarten sowie Randspezialisten.

Charakteristische Arten:

  • Kleiner Fuchs (Aglais urticae) — orange mit schwarzen Flecken; überall, wo Brennnessel wächst
  • C-Falter (Polygonia c-album) — zerfetzte Flügelränder; Rindentarnung
  • Admiral (Vanessa atalanta) — schwarz mit rotem Band
  • Distelfalter (Vanessa cardui) — rostbraun mit weißen Flecken; Wanderfalter
  • Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) — Männchen leuchtend gelb, Weibchen grünlich; erster Frühlingsschmetterling am Waldrand
  • Senfweißling (Leptidea sinapis) — klein, weiß, flattert an Sträuchern

Wald (Misch- und Laubwald)

Tiefer im Wald gibt es weniger Arten — wenige Nektarpflanzen. Aber es gibt Waldspezialisten.

Was man finden kann:

  • Großer Schillerfalter (Apatura iris) — Männchen mit blauem Schimmer; Eichenwipfel und Weidendickichte am Wasser
  • Großer Eisvogel (Limenitis populi) — groß, dunkel mit weißem Band; in Espenbeständen
  • Kleiner Eisvogel (Limenitis camilla) — kleiner, schmaleres weißes Band
  • Gelbringfalter (Lopinga achine) — braun mit Reihen von Augenflecken; lichter Laubwald
  • Eichen-Zipfelfalter (Favonius quercus) — klein, blaues Männchen; bei Eichen
  • Brombeer-Zipfelfalter (Callophrys rubi) — leuchtend grün auf der Unterseite; buschige Ränder

In Eichen- und Lindenwäldern suchen Sie nach Großen Schillerfaltern, die hoch im Kronendach patrouillieren.


Nadelwald (Fichte, Kiefer)

Ärmer als Laubwald, aber mit mehreren charakteristischen Arten.

Typische Arten:

  • Kiefernspanner (Bupalus piniaria) — nachtaktiv, aber tagsüber an Stämmen zu sehen
  • Mohrenfalter (Erebia) — in Bergfichtenwäldern
  • Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) — an warmen Rändern mit Klee
  • Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis) — klein, braun, an sonnigen Rändern

Garten, Schrebergarten, Stadtgebiete

Synanthrope Arten haben sich in Städten, Gärten und Parks gut etabliert, wo Nektarpflanzen erhalten bleiben.

Was in der Stadt fliegt:

  • Kleiner Fuchs — überall, wo Brennnessel wächst (Brachflächen, Zäune, Straßenränder)
  • Tagpfauenauge (Aglais io) — sehr häufig in Gärten; Raupe auf Brennnessel
  • Großer und Kleiner Kohlweißling — auf Kohlbeeten und Rapsfeldern
  • Zitronenfalter — erscheint als Erster im Frühjahr in Parks
  • Distelfalter — auf Distel, Klette, Schafgarbe
  • Hauhechel-Bläuling — auf Rasenflächen mit Klee

Was man pflanzen sollte, um Schmetterlinge anzulocken: Weide, Brennnessel, Klee, Veilchen, nektarreiche Einjährige (Schmetterlingsflieder, Eisenkraut, Lavendel).


Moor und Feuchtwiese

Ein spezifischer Lebensraum mit engen Spezialisten.

Charakteristische Arten:

  • Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) — schachbrettartig, Mai; streng an Moore mit Teufelsabbiss gebunden
  • Moosbeeren-Bläuling (Plebejus optilete) — bläulich-violett; in Torfmooren
  • Großes Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia) — blass ockerfarben; Heide und Torfmoore
  • Braunfleckiger Perlmuttfalter (Boloria selene) — rostbraun; Feuchtwiesen mit Veilchen

Fluss-, See- und Bachufer

Feuchte Ufer werden zum „Pfützensaugen" genutzt — Schmetterlinge sammeln sich an Pfützen und feuchtem Boden, um Mineralsalze aufzunehmen.

Was man am Wasser findet:

  • Schwalbenschwanz (Papilio machaon) — nektart oft an Doldenblütlern entlang der Ufer
  • Großer Schillerfalter — bei Weiden und Espen über Wasser
  • Großer Eisvogel — in Weiden- und Espenbeständen am Wasser
  • Männchen vieler Bläulinge und Gelblinge auf feuchtem Sand oder Schlamm

Berge (Kaukasus, Ural, Altai, Sajan)

Die Bergfauna unterscheidet sich stark vom Flachland. Jede Höhenstufe hat ihre eigene Artenzusammensetzung.

Subalpine Stufe (800–2000 m):

  • Mohrenfalter (Erebia) — dunkelbraun mit orangen Augenflecken; Dutzende Arten
  • Apollofalter (Parnassius apollo) — weiß mit roten Augenflecken; felsige Wiesen mit Hauswurz
  • Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne) — weiß mit dunklen Flecken; Wiesen mit Lerchensporn

Alpine Stufe (über 2000 m):

  • Phoebus-Apollofalter (Parnassius phoebus) — im Altai
  • Spezialisierte Bergbläulinge und Gelblinge

Im Kaukasus ist die Schmetterlingsvielfalt besonders hoch: Hier treffen mediterrane, Steppen- und europäische Faunen aufeinander.


Steppe und felsige Hänge

Südrussland und die Wolgaregion haben ihre eigene Steppenfauna.

Steppenarten:

  • Goldene Acht (Colias hyale) und Hochmoor-Gelbling (C. palaeno) — gelb, schneller Flug
  • Östlicher Resedafalter (Zegris eupheme) — weiß mit orangem Fleck; Südrussland
  • Segelfalter (Iphiclides podalirius) — gelbweiß mit dunklen Streifen und langen Schwänzen; bei Schlehe
  • Verschiedene Bläulinge: Östlicher Kurzschwänziger Bläuling, Argus-Bläuling, Rippart-Bläuling

Praktischer Tipp

Bevor Sie losgehen, legen Sie Lebensraum und Jahreszeit fest — das halbiert die Kandidatenliste. Notieren Sie in Ihrem Beobachtungstagebuch nicht nur die Art, sondern auch den Ortstyp: „Wiese am Wald", „Bachufer", „Eichenwaldrand". Mit der Zeit werden Sie feststellen, dass manche Arten dort, wo ihre Wirtspflanze wächst, immer vorhersehbar sind.

Für schwierige Fälle — häufige Bestimmungsfehler. Saisonaler Aspekt — nach Jahreszeit.