Schmetterlinge Deutschlands
Deutschland ist eine der entomologisch am besten erforschten Regionen Europas. Etwa 3.700 Schmetterlingsarten, davon mehr als 180 Tagfalterarten.

Schmetterlinge Deutschlands: Überblick
Deutschland ist eines der weltweit am besten erforschten Länder in der Entomologie. Auf seinem Gebiet sind etwa 3.700 Schmetterlingsarten nachgewiesen, darunter mehr als 180 Tagfalterarten. Trotz hoher Bevölkerungsdichte und Industrie bewahrt das Land dank eines gut ausgebauten Netzes an Schutzgebieten eine erhebliche biologische Vielfalt.
Landschaften und ihre Schmetterlinge
Bayerische Alpen
Süddeutschland ist eine Gebirgsregion mit der reichsten alpinen Entomofauna. Hier kommen Arten vor, die im Flachland fehlen:
- Apollofalter (Parnassius apollo) — ein großer weißer Falter mit roten Augenflecken, streng geschützt
- Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne) — ein selteneres Verwandter des Apollofalters
- Gebirgs-Gelblinge (Colias phicomone, C. nastes) — Bewohner subalpiner Wiesen
- Perlmutterfalter mehrerer Arten — auf blühenden Wiesen
Rheintal und bewaldete Höhenzüge
Mitteldeutschland ist reich an Waldarten. In Eichen-Hainbuchenwäldern kommt der Große Schillerfalter (Apatura iris) vor — ein großer dunkler Falter mit violettem Schimmer auf den Flügeln des Männchens. An Waldrändern — der Feurige Perlmutterfalter und Admiral-Arten.
Norddeutsche Tiefebene und Küste
Im Norden dominieren Wiesenarten: Kleiner Fuchs, Distelfalter, Admiral, Zitronenfalter. Die feuchten Moore Schleswig-Holsteins sind Lebensraum des seltenen Goldenen Scheckenfalters (Euphydryas aurinia).
Beobachtungssaison
- März–April — Zitronenfalter, Kleiner Fuchs (aus dem Winterschlaf erwacht)
- Mai–Juni — Höhepunkt der Vielfalt: Aurorafalter, Bläulinge, Weißlinge, Apollofalter im Gebirge
- Juli–August — Große Schillerfalter, Perlmutterfalter, Samtfalter
- September–Oktober — Distelfalter, Admiral vor der Wanderung oder dem Winterschlaf
Schmetterlingsschutz
Deutschland ist ein europäischer Vorreiter im Insektenschutz. Seit den 1990er-Jahren ist die Zahl vieler Schmetterlingsarten durch Intensivierung der Landwirtschaft und Lebensraumverlust stark zurückgegangen. Mehrere Arten stehen in der deutschen Roten Liste (Rote Liste): Apollofalter, Schwarzer Apollo, mehrere Perlmutterfalter und Bläulinge.
Wiederansiedlungsprogramme umfassen die Anlage von Blühstreifen entlang der Felder und die Wiederherstellung traditioneller Beweidung auf Alpenwiesen.


