Schmetterlinge der Türkei
Die Türkei liegt an der Schnittstelle von Europa und Asien mit reicher Fauna: mehr als 450 Schmetterlingsarten. Das Taurusgebirge ist ein einzigartiges Zentrum des Endemismus.

Schmetterlinge der Türkei: Überblick
Die Türkei nimmt eine einzigartige biogeografische Stellung ein: Das Land liegt an der Schnittstelle dreier Biome — des mediterranen, des eurasischen und des irano-turanischen. Das Ergebnis ist außergewöhnlicher Artenreichtum. Es sind mehr als 450 Tagfalterarten erfasst, wobei ein bedeutender Anteil Endemiten oder anatolische Subendemiten sind.
Zum Vergleich: Ganz Mitteleuropa hat weniger als 200 Arten.
Schlüsselregionen
Taurusgebirge (Toros)
Die Gebirgskette entlang der Mittelmeerküste ist die artenreichste Region des Landes. Hier vorkommende Arten:
- Apollofalter (Parnassius apollo) — in mehreren isolierten Populationen
- Endemische Perlmutterfalter der Gattungen Erebia und Pseudochazara
- Samtfalter mehrerer in Europa seltener Arten
- Bläulinge — mehrere anatolische Endemiten
Anatolisches Plateau
Binnengebiete mit semiaridem Klima und Steppen. Hier kommen an Trockenheit angepasste Arten vor: Steppen-Bläulinge, Samtfalter. Mehrere Arten sind anatolische Endemiten, die nirgendwo sonst vorkommen.
Mittelmeerküste
Früher Frühling — die ersten Arten fliegen hier bereits im Februar–März. Typische mediterrane Schmetterlinge: Kleopatrafalter (Gonepteryx cleopatra), Zerynthia, zahlreiche Schwalbenschwänze.
Pontisches Gebirge (Schwarzmeerküste)
Feuchtes Klima, Waldzone mit einer dem Kaukasus nahestehenden Fauna. Hier kommen mehrere Arten vor, die an Reliktwälder pontischer Rhododendren gebunden sind.
Beobachtungssaison
- Februar–März — Mittelmeerraum: erste Arten
- April–Mai — Küsten und niedrige Gebirge auf dem Höhepunkt
- Juni–August — Taurusgebirge: Apollofalter, Perlmutterfalter
- September–Oktober — zweiter Höhepunkt an der Küste
Anatolischer Endemismus
Die Türkei ist eines der weltweiten Zentren des Schmetterlings-Endemismus. Von mehr als 450 Arten kommen mehrere Dutzend nur auf der anatolischen Halbinsel vor. Darunter: Pseudochazara anthelea thelephusa, Kanetisa circe und mehrere Arten der Gattung Polyommatus.


