Chrysalis
Eine Chrysalis ist die Puppe eines Tagfalters mit harter Chitinhülle, oft mit goldenem oder silbrigem Schimmer. Im Inneren wird der Organismus vollständig umgebaut.

Chrysalis und Puppe: was ist der Unterschied
Chrysalis (vom griechischen chrysos — Gold) ist die Puppe eines Tagfalters (Lepidopteren der Überfamilie Papilionoidea). Der Begriff bezieht sich speziell auf Tagfalter; Nachtfalter bilden meist Kokons — in Seide eingesponnene Puppen.
Der Name spiegelt das Erscheinungsbild wider: Bei vielen Arten hat die Chrysalis-Oberfläche goldene oder silbrige Flecken und glänzende Bänder — ein optischer Effekt der besonderen Chitinstruktur.
Bau der Chrysalis
Eine Chrysalis ist die Puppe eines Tagfalters, bedeckt von einer harten Chitinhülle. Die Umrisse der künftigen Flügel, Beine, Fühler und Augen des Schmetterlings sind sichtbar — als wären sie unter der Chitinschale „abgeformt".
Die Art der Befestigung ist für jede Familie charakteristisch:
- Ritterfalter (Papilionidae) und Weißlinge (Pieridae) — hängen mit dem Kopf nach oben, gehalten von einem Seidengürtel um den Körper und einem Kremaster (Häkchen an der Basis)
- Edelfalter (Nymphalidae) — hängen mit dem Kopf nach unten, nur durch den Kremaster an einem Seidenpolster befestigt
Was im Inneren geschieht
Äußerlich wirkt die Chrysalis ruhig. Im Inneren findet Histolyse statt — wörtlich „Auflösung": Das Gewebe der Raupe zerfällt zu einer einheitlichen Nährstoffmasse. Diese Masse enthält Gruppen von Stammzellen — Imaginalscheiben, die seit dem Larvenstadium die „Baupläne" der erwachsenen Organe gespeichert haben.
Aus den Imaginalscheiben werden neu aufgebaut:
- Flügel mit Adern und Schuppen
- Facettenaugen
- Saugrüssel
- Fühler
- Flugmuskulatur
- Fortpflanzungsorgane
Dieser Prozess — Histogenese — dauert je nach Art und Bedingungen einige Tage bis mehrere Monate.
Dauer des Stadiums
Die Dauer der Chrysalis variiert stark:
- 7–14 Tage — die meisten Sommerarten (Kleiner Fuchs, Zitronenfalter, Weißlinge)
- 1–3 Monate — Arten mit einer Generation pro Jahr (Apollofalter, manche Perlmuttfalter)
- Überwinterung in der Chrysalis — manche Arten halten als Puppe Diapause (Großer Kohlweißling, Kleiner Kohlweißling, Baumweißling)
Farbe und Tarnung
Die Färbung der Chrysalis ist oft kryptisch — passend zu Rinde, trockenem Blatt oder Stängel. Manche Arten können die Farbe der Chrysalis je nach Untergrund ändern: das ist phänotypische Plastizität.
Goldene und silbrige Flecken (die der „Chrysalis" ihren Namen gaben) sind bei Edelfaltern am ausgeprägtesten — Tagpfauenauge, Trauermantel, Perlmuttfalter. Sie könnten als zusätzliche Tarnung dienen, indem sie Wasserglitzern oder Tautropfen imitieren.
Eklosion: der Schmetterling schlüpft
Ist die Entwicklung abgeschlossen, bricht das Imago die Chrysalis-Hülle von innen auf — dieser Moment ist die Eklosion. Der Schmetterling zieht sich durch einen Spalt am Kopfende hindurch, greift die leere Chrysalis mit den Beinen und beginnt, seine Flügel zu entfalten.
Das vollständige Glossar finden Sie im Abschnitt Glossar.


