Eklosion
Eklosion ist das Schlüpfen eines erwachsenen Schmetterlings aus der Puppe. Einer der verletzlichsten und eindrucksvollsten Momente im Lebenszyklus der Lepidopteren.

Definition
Eklosion (vom französischen éclosion — Schlüpfen) ist das Schlüpfen eines erwachsenen Insekts aus der Puppe. Bei Schmetterlingen ist es der Moment, in dem die Metamorphose abgeschlossen ist: Aus einer unbeweglichen Puppe erscheint ein geflügeltes Imago.
Wie die Eklosion abläuft
1. Vorbereitung. Einige Stunden vor der Eklosion wird die Puppenhülle durchscheinend — die zusammengefalteten Flügel des künftigen Schmetterlings scheinen durch. Das ist ein zuverlässiges Zeichen, dass das Schlüpfen kurz bevorsteht.
2. Aufbrechen der Hülle. Der Hämolymphdruck im Körper des Insekts steigt stark an. Die Puppenhülle reißt entlang spezieller Sollbruchstellen — meist am Kopf und Brustkorb.
3. Schlüpfen. Der Schmetterling streckt die Beine aus, greift eine Halterung und zieht seinen Hinterleib heraus. Die Flügel sind stark zerknittert und weich — noch nicht flugtauglich.
4. Flügelentfaltung. Der Schmetterling pumpt aktiv Hämolymphe durch die Flügeladern. Die Flügel entfalten sich und wachsen auf normale Größe. Der Vorgang dauert je nach Art und Temperatur 20 Minuten bis 3 Stunden.
5. Sklerotisierung. Die Chitinhülle härtet aus. Der Schmetterling ist bereit für seinen ersten Flug.
Was man während der Eklosion nicht tun sollte
Die wichtigste Regel: den Schmetterling nicht berühren, bis die Flügel entfaltet und ausgehärtet sind. Nimmt man ihn zu früh hoch oder fällt er herunter, erstarren die Flügel in einer deformierten Position — und das lässt sich nicht mehr korrigieren.
Auch das künstliche Beschleunigen der Eklosion (Wärme, Feuchtigkeit) ist riskant: Der Schmetterling kann zu früh schlüpfen und sterben.
Zeitpunkt der Eklosion
Die meisten Arten schlüpfen aus der Puppe in den Morgenstunden — das verbessert die Chance, die Flügel bei optimaler Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit zu entfalten. Experimente zeigen, dass der Zeitpunkt der Eklosion von der inneren biologischen Uhr gesteuert wird.
Mehr zu den Entwicklungsstadien — im Artikel Lebenszyklus.



