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Fühler

~1 Min.

Schmetterlingsfühler sind paarige Sinnesorgane am Kopf, die zur Wahrnehmung von Gerüchen, Pheromonen und Vibrationen dienen. Ihre Form ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.

Fühler

Bau und Lage

Fühler (Antennen) sind paarige Anhänge am Insektenkopf, die sich zwischen den Augen befinden. Bei Schmetterlingen bestehen sie aus drei Teilen:

  • Scapus — das Basalglied, das den Fühler mit dem Kopf verbindet
  • Pedicellus — das zweite Glied; enthält das Johnstonsche Organ, einen Vibrationsrezeptor
  • Flagellum — der lange, vielgliedrige Teil, der die meisten Rezeptoren trägt

Die Fühleroberfläche ist mit Sensillen bedeckt — spezialisierten empfindlichen Härchen und Grübchen, die chemische, mechanische und thermische Signale wahrnehmen.

Funktionen der Fühler

Geruchssinn

Die Hauptfunktion der Fühler ist die Chemorezeption: die Wahrnehmung von Gerüchen. Tausende olfaktorische Sensillen nehmen flüchtige Moleküle in der Luft wahr. Ein Schmetterling findet Wirtspflanzen zur Eiablage und Quellen für Nektar hauptsächlich über den Geruch, besonders auf große Entfernung.

Pheromonwahrnehmung

Die Fühler sind das primäre Organ zur Wahrnehmung von Pheromonen — chemischen Geschlechtssignalen. Männchen vieler Arten haben eine vergrößerte olfaktorische Oberfläche an den Fühlern, wodurch sie weibliche Pheromone aus mehreren Kilometern Entfernung wahrnehmen können.

Gleichgewicht und Orientierung

Das Johnstonsche Organ im Pedicellus nimmt mechanische Vibrationen wahr — Schall und Erschütterungen. Das hilft dem Schmetterling, im Flug das Gleichgewicht zu halten und Luftbewegungen wahrzunehmen.

Fühlerform: Tagfalter gegen Nachtfalter

Die Fühlerform ist eines der wichtigsten Merkmale zur Unterscheidung von Tagfaltern und Nachtfaltern:

GruppeFühlerform
TagfalterKeulenförmig (mit Verdickung an der Spitze)
SchwärmerVerjüngt, spitz zulaufend
Eulenfalter, SpannerFadenförmig, kammartig, gefiedert
KleinschmetterlingeFadenförmig, oft mit Fransen

Keulenförmige Fühler mit deutlicher „Keule" an der Spitze sind ein zuverlässiges Zeichen für einen Tagfalter.

Fühler bei der Artbestimmung

Fühlerlänge, Anzahl der Flagellumsegmente sowie Form und Größe der Keule sind wichtige taxonomische Merkmale. Bei Dickkopffaltern (Familie Hesperiidae) etwa ist die Keule hakenförmig, was sie sofort von anderen Tagfaltern unterscheidet.

Das vollständige Glossar finden Sie im Abschnitt Glossar.

Siehe auch

Pheromone
Pheromone
Chemische Signale, die von Fühlern wahrgenommen werden
Saugrüssel
Saugrüssel
Ein weiteres Organ des Schmetterlings
Wie man eine Art bestimmt
Wie man eine Art bestimmt
Merkmale zur Artbestimmung