Nektar
Nektar ist das süße Sekret der Blüten und die wichtigste Energiequelle für erwachsene Schmetterlinge, die ihn mit dem Saugrüssel trinken und dabei auch Pollen übertragen.

Was ist Nektar
Nektar ist eine süße wässrige Lösung, die von Nektarien blühender Pflanzen abgesondert wird. Er ist die wichtigste Energienahrung des Imago bei den meisten Schmetterlingsarten.
Nektar besteht hauptsächlich aus Zuckern (Saccharose, Glukose, Fruktose) in einer Konzentration von 10–80 % und enthält außerdem Aminosäuren, aromatische Verbindungen, Vitamine und Spurenelemente. Die unterschiedliche Zusammensetzung bestimmt, welche Blüten welche Schmetterlingsarten bevorzugen.
Wie ein Schmetterling Nektar trinkt
Ein Schmetterling findet eine Blüte mit seinen Facettenaugen (empfindlich für Ultraviolett) und den Geruchsrezeptoren an den Fühlern. Nach der Landung entrollt er seinen Saugrüssel und führt ihn in das Nektarium ein.
Der Nektar wird wie durch einen Strohhalm durch den Rüssel gesaugt — durch eine muskuläre Pumpe im Rachen. Die Nahrungsaufnahme ist schnell: Ein Schmetterling kann ein Nektarium in Sekunden leeren und zur nächsten Blüte weiterziehen.
Nektar und Bestäubung
Während der Nektaraufnahme berührt der Schmetterling zwangsläufig die Staubbeutel der Blüte — Pollen bleibt an Körper, Beinen und Rüssel haften. Fliegt er zu einer weiteren Blüte derselben Art, überträgt er den Pollen auf die Narbe — Bestäubung findet statt.
Das ist Mutualismus: Die Pflanze bekommt einen Bestäuber, der Schmetterling Nahrung. Viele Blüten sind speziell an Schmetterlinge angepasst: röhrenförmig, duftend, rosa oder violett (Farben, die Schmetterlinge gut sehen).
Nicht nur Nektar
Manche Arten ergänzen oder ersetzen die Nektaraufnahme vollständig durch andere Quellen:
- Pfützensaugen — Aufnahme von Mineralsalzen aus feuchtem Boden, Kot, Aas
- Saft überreifer Früchte — reich an Zucker und Aminosäuren (Distelfalter, C-Falter)
- Honigtau — Ausscheidungen von Blattläusen auf Baumblättern
Manche Arten mit verkümmertem Saugrüssel (zum Beispiel manche Spanner und Sackträger als Imago) nehmen überhaupt keine Nahrung auf und leben von Reserven, die die Raupe angelegt hat.
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