Pfützensaugen
Pfützensaugen ist ein Verhalten bei Schmetterlingen, bei dem sich die Insekten auf feuchtem Boden, an Pfützen oder Kot versammeln, um Mineralsalze und Aminosäuren aufzunehmen.

Was ist Pfützensaugen
Pfützensaugen (engl. puddling — Pfütze) ist ein Verhalten, bei dem sich Schmetterlinge und manchmal andere Insekten auf feuchten Oberflächen versammeln — Flussufern, Pfützen, Kot, Tierurin oder menschlichem Schweiß — und aktiv Flüssigkeit mit dem Saugrüssel aufnehmen.
Nektar liefert Schmetterlingen Kohlenhydrate und Energie, ist aber arm an Natrium, Aminosäuren und Spurenelementen. Das Pfützensaugen gleicht dieses Defizit aus.
Warum Männchen häufiger Pfützensaugen betreiben
Bei den meisten Arten versammeln sich fast ausschließlich Männchen an Pfützen und feuchtem Boden. Der Grund liegt in der Fortpflanzungsstrategie:
Bei der Paarung überträgt das Männchen ein Spermatophor — eine Kapsel mit Spermien, die auch Nährstoffe enthält. Natrium und Aminosäuren aus dem Pfützensaugen gehen in dieses „Geschenk" ein und verbessern die Überlebenschancen von Eiern und Raupen.
Wo man Pfützensaugen beobachten kann
- Sandige Fluss- und Bachufer
- Feldwege nach Regen (besonders mit Pferdedung)
- Feuchte Pfade in der Nähe von Tränken
- Orte, an denen große Tiere urinieren
Pfützensaugen ist bei Ritterfaltern (Papilionidae) am auffälligsten: Große gelbe und blaue Falter versammeln sich zu Dutzenden an einer feuchten Stelle und bilden einen leuchtenden „Teppich".
Pfützensaugen in Russland
In Russland ist Pfützensaugen bei Schwalbenschwanz, Segelfalter, Gelblingen der Gattung Colias und mehreren Bläulingen gut ausgeprägt. Am leichtesten lässt es sich im Juni–Juli an Waldflussufern bei klarem Wetter beobachten.
Mehr zur Ernährung — im Artikel was Schmetterlinge fressen.



