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Schmetterlinge Norwegens

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Etwa 85 Schmetterlingsarten sind in Norwegen erfasst — von milden Küsten bis zum arktischen Fjell, mit borealen und arktischen Spezialisten.

Schmetterlinge Norwegens

Überblick

Norwegen erstreckt sich fast 2.000 km von 57°N bis 71°N und umfasst ein bemerkenswertes Spektrum an Klimen und Landschaften. Milde atlantisch beeinflusste Täler im Süden unterstützen wärmeliebende Arten, während das hohe Fjell-Plateau (vidda) und der arktische Norden harte Spezialisten beherbergen, die in Westeuropa sonst nirgends vorkommen.

Etwa 85 Tagfalterarten sind erfasst — deutlich weniger als in Mitteleuropa, aber der Anteil seltener und verbreitungseng eingeschränkter Arten ist unverhältnismäßig hoch.

Wichtige Regionen

Südliches Tiefland und Küste

Das Tiefland von Vestfold, Østfold und dem Oslofjord-Gebiet hält die größte Gesamtdiversität. Kalkmagerrasen am Oslofjord unterstützen mitteleuropäische Arten — Grünen Zipfelfalter (Callophrys rubi), Malven-Dickkopffalter (Pyrgus malvae), Himmelblauer Bläuling (Hamearis lucina) — die hier ihre nördlichen Verbreitungsgrenzen erreichen.

Küstenheiden und blumenreiche Wiesen halten Populationen des Kaisermantels (Speyeria aglaja) und Frühlings-Perlmutterfalters (Boloria euphrosyne).

Boreale Wälder

Nadel- und Birkenwälder Ost- und Zentralnorwegens sind Domäne mehrerer Waldarten: Großer Eisvogel (Limenitis populi), Großer Schillerfalter (Apatura iris) und Freijas Perlmutterfalter (Boloria freija). Der Trauermantel (Nymphalis antiopa) ist charakteristisch für Birkenwaldränder.

Berg-Fjell (fjell)

Das offene Fjell-Plateau, typisch 900–1.800 m, ist Norwegens eigenständigste Schmetterlingszone. Der kurze, intensive Sommer unterstützt eine Gruppe montaner und arktischer Arten:

  • Thors Perlmutterfalter (Boloria thore) — Moormatten mit Alpen-Veilchen
  • Freijas Perlmutterfalter (Boloria freija) — Moore mit Moltebeere
  • Alpen-Mohrenfalter (Erebia epiphron) und Weißbindiger Mohrenfalter (Erebia ligea) — Fjell-Grasland
  • Wald-Mohrenfalter (Erebia medusa) — feuchte Pfeifengras-Matten
  • Idas-Bläuling (Plebejus idas) — Heide-Moore und Fjell-Strauch

Arktischer Norden (oberhalb 69°N)

Nördlich des Polarkreises sinkt die Artenvielfalt auf etwa 20–30 regelmäßig vorkommende Arten. Hier kommen echte Arktis-Spezialisten:

  • Lappland-Perlmutterfalter (Boloria chariclea) — Fjell-Tundra mit Berg-Hahnenfuß
  • Lappland-Mohrenfalter (Erebia embla) — sumpfige Tundra
  • Hecla-Gelbling (Colias hecla) — trockenste Fjell-Grate
  • Blasser arktischer Gelbling (Colias nastes) — hochalpine felsige Tundra

Saisonalität

PeriodeHighlights
März–AprilÜberwinterte Erwachsene: Zitronenfalter, Kleiner Fuchs, Trauermantel
Mai–JuniErste Generation im Süden: Weißlinge, Bläulinge, Frühlings-Perlmutterfalter
Juni–JuliHöhepunkt der Vielfalt im Fjell; alle arktischen Arten im Flug
AugustZweite Generation im Süden; Wanderer (Admiral, Distelfalter)

Beobachtungstipps

Die produktivsten Standorte verbinden offenes, blumenreiches Grasland mit Windschutz. Im Fjell wärmen sonnige Südhang-Abhänge am schnellsten und ziehen patrouillierende Männchen an. Bestes Wetter ist ruhig und sonnig; selbst in Hochsommer fliegen viele Fjell-Arten bei Kälte oder Bewölkung einfach nicht.

Wichtige Standorte sind Kalkmagerrasen am Oslofjord, der Dovrefjell–Sunndalsfjella-Nationalpark (ausgezeichnet für Fjell-Arten) und die Varanger-Halbinsel in Finnmark für arktische Spezialisten.

Siehe auch

Europa
Europa
Überblick über die Schmetterlinge Europas
Finnland
Finnland
Schmetterlinge Finnlands — boreale Moore und Taiga
Berg-Schmetterlinge
Berg-Schmetterlinge
Schmetterlinge alpiner und subalpiner Zonen

Häufig gestellte Fragen