Hauhechel-Bläuling
Der Hauhechel-Bläuling ist der am weitesten verbreitete Bläuling Russlands. Männchen sind intensiv blau, Weibchen braun. Er kommt auf jeder Wiese mit Klee vor.

Wichtigste Fakten
- Lateinischer Name
- Polyommatus icarus
- Familie
- Lycaenidae
- Flügelspannweite
- 28-38 mm
- Flugzeit
- April — Oktober
- Futterpflanzen
- Rotklee, Gewöhnlicher Hornklee, Luzerne, Wicke
- Schutzstatus
- LCNicht gefährdet (Least Concern)
Aussehen
Der Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) ist ein kleiner Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 28–38 mm. Männchen: Oberseite intensiv blau mit schmalem schwarzem Rand. Weibchen: braun mit einer Reihe orangener Halbmonde am Hinterflügelrand; manche Weibchen sind teilweise blau (polymorphe „blaue" Form).
Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern graubraun mit zahlreichen schwarzen Flecken in weißen Ringen und orangen Halbmonden am Rand — das übliche „Bläulings"-Muster.
Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Der Hauhechel-Bläuling ist einer der am weitesten verbreiteten Lepidopteren der Welt. Er kommt in ganz Europa und im gemäßigten Asien bis in die Mongolei vor. In Russland ist er überall häufig.
Er lebt auf offenen Wiesen, Lichtungen, Wegrändern und in Gärten. Die einzige Voraussetzung sind Hülsenfrüchtler. Er besiedelt auch städtische Rasenflächen mit Klee.
Lebenszyklus
2–3 Generationen pro Jahr. Die Raupe überwintert. Die ersten Falter erscheinen im April–Mai.
Eier einzeln auf Blättern und Stängeln von Hülsenfrüchtlern. Die Raupe ist grün, bandförmig, mit blassen Seitenstreifen. Sie besitzt Organe, die Ameisen anlocken, welche die Raupe bewachen. Die Puppe ist gedrungen, olivfarben.
Symbiose mit Ameisen
Wie die meisten Bläulinge sondert die Raupe über eine spezielle Rückendrüse eine süße Flüssigkeit ab. Ameisen „melken" die Raupe und beschützen sie im Gegenzug vor Parasiten und Fressfeinden. Mehr dazu — im Artikel Familie Lycaenidae.
Verhalten
Der Hauhechel-Bläuling ist klein, aber sehr aktiv. Männchen besetzen offene Wiesenflecken und fliegen jedem kleinen Schmetterling entgegen, der in der Nähe vorbeikommt. Sie nähren sich gerne an Nektar von Klee, Luzerne, Klette; dabei zittern sie oft mit den Flügeln. Bei heißem Wetter ruhen sie mit gefalteten Flügeln versteckt im Gras. Bei bewölktem Wetter sind sie inaktiv.
Fortpflanzung
Das Weibchen legt Eier einzeln auf junge Blätter und Stängel von Hülsenfrüchtlern. Die Raupe ist grün, bandförmig, mit blassen Seitenstreifen — gut getarnt auf Kleeblättern. Auf dem Rücken befindet sich eine Honigdrüse (Necks Rückenorgan), die Wächterameisen anlockt. Die Puppe ist gedrungen, olivfarben; sie „weidet" oft unter Ameisenbewachung nahe dem Nesteingang. Eine junge Raupe überwintert.
Überwinterung
Der Hauhechel-Bläuling überwintert als junge Raupe an der Basis der Wirtspflanzen oder in einem Ameisennest. Die Raupe geht bei Abkühlung in Diapause und erwacht mit der ersten Frühlingswärme. Dank Tarnung und Ameisenpflege ist die Überlebensrate im Winter hoch. Die ersten Falter erscheinen im April–Mai. Es gibt 2–3 Generationen pro Jahr.
Interessante Fakten
- Das Blau des Männchens ist kein Pigment, sondern strukturell: winzige Flügelschuppen wirken wie Nanoprismen und streuen blaues Licht.
- Weibchen mancher Populationen sind teilweise blau („blaue" Form) — ein Polymorphismus, der bei 10–30 % der Individuen vorkommt.
- In Experimenten ohne Ameisen sinkt die Überlebensrate der Raupen um die Hälfte: Die Symbiose ist gegenseitig und praktisch unverzichtbar.
- Die Art ist nach Ikarus benannt — vielleicht wegen der himmelblauen Farbe, die über der Wiese zu „schweben" scheint.


