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Ornithoptera alexandrae

Königin-Alexandra-Vogelfalter

~1 Min.

Der Königin-Alexandra-Vogelfalter ist der größte Tagfalter der Welt — Weibchen bis 280 mm Spannweite. Er lebt nur in Papua-Neuguinea und ist vom Aussterben bedroht.

Königin-Alexandra-Vogelfalter

Wichtigste Fakten

Lateinischer Name
Ornithoptera alexandrae
Flügelspannweite
200-280 mm
Flugzeit
Ganzjährig
Futterpflanzen
Aristolochia dielsiana (Pfeifenwinde)
Schutzstatus
ENStark gefährdet (Endangered)

Aussehen

Der Königin-Alexandra-Vogelfalter (Ornithoptera alexandrae) ist offiziell der größte Tagfalter der Welt nach Flügelspannweite. Weibchen erreichen 250–280 mm Spannweite bei einem Körpergewicht von etwa 12 g — vergleichbar mit einem kleinen Vogel. Männchen sind deutlich kleiner (160–200 mm), aber farbenprächtiger.

Männchen: Vorderflügel türkisgrün mit samtigem Schimmer, Hinterflügel gelb mit grünem Rand und schwarzen Adern. Hinterleib leuchtend gelb. Weibchen: braun mit weißen Flecken, weniger auffällig — klassische Tarnfärbung für das verwundbarere eilegenden Individuum.

Im Flug erzeugt der Vogelfalter ein hörbares Flügelrauschen — die größten Exemplare wurden von den ersten europäischen Naturforschern mit der Flinte erlegt, weil man sie für Vögel hielt.

Verbreitung

Die Art ist streng endemisch in der Provinz Oro (Northern Province) Neuguineas. Das Verbreitungsgebiet ist auf Tiefland- und Vorgebirgswälder innerhalb von etwa 100 km um die Oro-Bucht beschränkt. Das ist eines der engsten Verbreitungsgebiete aller großen Schmetterlinge der Erde.

Sie bewohnt primäre und minimal gestörte Tropenwälder bis etwa 400 m über dem Meeresspiegel. Voraussetzung für ihr Vorkommen ist das Bestehen von Aristolochia dielsiana.

Ernährung und Wirtspflanze

Die Raupe frisst ausschließlich Blätter von Aristolochia dielsiana — einer großen tropischen Rebe. Die Art ist strikt monophag. Aristolochia-Blätter enthalten Aristolochiasäuren, die die Raupe in ihrem Gewebe speichert und sich so für Räuber ungenießbar macht. Das Adult erbt die Toxine, was die lebhafte aposematische Färbung des Männchens erklärt.

Imagines ernähren sich von Nektar großblütiger Pflanzen: Hibiskus, Sesbania, Cordia. Das Männchen frisst mehrere Stunden morgens aktiv; das Weibchen seltener.

Lebenszyklus

Das Weibchen legt große Eier einzeln auf die Unterseite junger Aristolochia-Blätter. Eine dunkle Raupe schlüpft und frisst monatelang Rebenblätter. Die Raupe durchläuft fünf Häutungen; die letzte erreicht etwa 10 cm Länge. Die Puppe ist groß, braun-grün, an einem Ast befestigt. Der Zyklus vom Ei zum Adult dauert etwa 4–5 Monate.

Das Imago lebt 3–4 Monate. Männchen patrouillieren in der Baumkrone auf der Suche nach Weibchen, die tiefer bleiben — nahe den Wirtreben.

Bedrohungen und Naturschutz

Status EN (Endangered) in der IUCN-Klassifikation. Wichtige Bedrohungen:

  • Abholzung für Ölpalmplantagen und Holzernte — zerstört Aristolochia dielsiana.
  • Der Ausbruch des Mount Lamington 1951 zerstörte einen bedeutenden Teil des historischen Verbreitungsgebiets.
  • Illegale Sammlung: seltene Exemplare erreichen auf dem Schwarzmarkt Werte von 8.000–10.000 US-Dollar.

Die Art steht in CITES Anhang I (Handel verboten). In Papua-Neuguinea ist sie durch nationale Gesetze geschützt. Die Regierung organisiert „Schmetterlingsfarmen", in denen lokale Gemeinden Vogelfalter legal für Touristen und Museen züchten.

Entdeckung und Name

Der Vogelfalter wurde 1906 entdeckt — gefunden vom Sammler Albert Stewart Meek in der Provinz Oro. Benannt zu Ehren von Prinzessin Alexandra von Dänemark, Gemahlin König Eduards VII. von Großbritannien. Weibchen blieben der Wissenschaft lange unbekannt: Naturforscher beobachteten die Schmetterlinge in der Krone, konnten sie aber nicht fangen.

Interessante Fakten

  • Der einzige Schmetterling der Welt, der bei den meisten Weibchen regelmäßig 250 mm Flügelspannweite überschreitet.
  • In Papua-Neuguinea ist er auf Briefmarken abgebildet und inoffizielles Symbol des entomologischen Tourismus.
  • Zusammen mit dem Priamus-Vogelfalter gehört er zur Gattung Ornithoptera — „Vogelfalter", benannt nach Größe und flugähnlich einem segelnden Vogel.

Siehe auch

Papilionidae
Papilionidae
Die Schmetterlingsfamilie
Atlas — Australien und Ozeanien
Atlas — Australien und Ozeanien
Schmetterlinge der Region
Seltene Schmetterlinge
Seltene Schmetterlinge
Gefährdete Arten

Häufig gestellte Fragen