Zitronenfalter
Der Zitronenfalter ist der erste Schmetterling des Frühlings: Männchen leuchtend gelb, Weibchen grünlich-weiß. Er lebt länger als die meisten Schmetterlinge — bis zu 13 Monate.

Wichtigste Fakten
- Lateinischer Name
- Gonepteryx rhamni
- Familie
- Pieridae
- Flügelspannweite
- 52-62 mm
- Flugzeit
- März — Oktober
- Futterpflanzen
- Faulbaum, Kreuzdorn
- Schutzstatus
- LCNicht gefährdet (Least Concern)
Aussehen
Der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) ist ein mittelgroßer Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 52–62 mm. Die Flügel haben eine charakteristische eckige Form mit kleinen spitzen Fortsätzen. Beim Männchen ist die Oberseite leuchtend gelb (zitronenfarben) mit einem kleinen orangen Fleck in der Mitte jedes Flügels. Das Weibchen ist deutlich blasser — grünlich-weiß und im grünen Laub fast unsichtbar.
Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern grünlich mit Aderung — hervorragende Tarnung als Blatt. Mit gefalteten Flügeln ist der Schmetterling von einem Blatt kaum zu unterscheiden.
Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Der Zitronenfalter kommt in ganz Europa und im gemäßigten Asien vor. In Russland ist er in Wald- und Waldsteppenzonen häufig.
Er lebt an Waldrändern, in Gärten und Parks sowie entlang von Flussufern mit Faulbaumgebüsch. Er ist weitgehend an die Lebensräume seiner Wirtspflanzen gebunden — Faulbaum und Kreuzdorn.
Rekordlebensdauer
Der Zitronenfalter lebt 10–13 Monate — einer der Rekorde unter europäischen Tagfaltern. Er schlüpft im Juli aus der Puppe, nährt sich an Nektar und geht im August in die Überwinterung. Er überwintert im Unterholz, verborgen zwischen immergrünen Pflanzen (Efeu, Mistel). Im Frühjahr erwacht er im Februar–März.
Nach der Überwinterung paaren sich die Weibchen und legen Eier auf Faulbaum ab. Die Falter der Frühjahrsgeneration leben noch ein bis zwei Monate weiter und sterben dann.
Verhalten
Der Zitronenfalter ist an warmen, sonnigen Tagen aktiv. Bei bewölktem oder kaltem Wetter versteckt er sich mit gefalteten Flügeln in Sträuchern: Die Unterseite imitiert ein Blatt so gut, dass ein sitzender Schmetterling kaum zu finden ist. Männchen patrouillieren Ränder und fangen Weibchen ab; der Flug ist gemächlich und flatternd, aber zu schnellen Sprints fähig.
Sie nähren sich an Nektar von Löwenzahn, Weide, Klee, Klette. Im Frühjahr, nach der Überwinterung, gehören sie zu den ersten Besuchern von Weiden- und Huflattichblüten.
Fortpflanzung
Die Paarung erfolgt im Frühjahr, bald nach dem Erwachen aus der Überwinterung. Das Weibchen legt Eier einzeln auf die Unterseite junger Faulbaumblätter. Die Raupe ist grün mit weißem Seitenstreifen — perfekte Tarnung auf einem Blatt. Sie durchläuft in drei bis vier Wochen fünf Larvenstadien. Die Puppe ist grün, waagerecht mit einem Seidengürtel an einem Ast befestigt. Eine Generation pro Jahr: Die Falter schlüpfen im Juli aus den Puppen und leben bis zum folgenden Sommer.
Lebenszyklus
Die Eier werden einzeln auf jungen Faulbaumblättern abgelegt. Die Raupe ist grün mit weißem Seitenstreifen, hervorragend auf dem Blatt getarnt. Die Puppe ist grün, waagerecht an einem Ast befestigt. Eine Generation pro Jahr.
Überwinterung
Der Zitronenfalter überwintert als erwachsener Falter. Die Tiere verstecken sich zwischen Blättern immergrüner Pflanzen — Efeu, Mistel, dichtes Brombeergestrüpp. Die dunkelgrüne Unterseite ist ideale Tarnung in der Wintervegetation. Die Überwinterung erfolgt unter 0 °C: Glycerin sammelt sich im Körper als Frostschutzmittel an. Im Frühjahr, beim ersten Tauwetter (+5…+8 °C), gehört der Zitronenfalter zu den ersten, die erwachen.
Interessante Fakten
- Der Zitronenfalter kann bis zu 13 Monate leben — ein absoluter Rekord unter europäischen Tagfaltern.
- Eine verbreitete Theorie leitet das Wort „Schmetterling" vom ostmitteldeutschen „Schmetten" (Sahne) ab — man glaubte, Schmetterlinge oder Hexen in ihrer Gestalt würden Milch und Sahne stehlen.
- Mit gefalteten Flügeln ist der Schmetterling kaum von einem Blatt zu unterscheiden: In Experimenten bemerkten ihn räuberische Vögel nicht.
- Der Zitronenfalter ist ein wichtiger Frühlingsbestäuber: Er erscheint vor den meisten Insekten und besucht die ersten Weiden- und Huflattichblüten.


