Kleiner Fuchs
Der Kleine Fuchs ist Russlands am weitesten verbreiteter Tagfalter, mit leuchtend orangen Flügeln, schwarzen Flecken und blauen Rand-«Augen».

Wichtigste Fakten
- Lateinischer Name
- Aglais urticae
- Familie
- Nymphalidae
- Flügelspannweite
- 40-52 mm
- Flugzeit
- März — Oktober
- Futterpflanzen
- Brennnessel, Kleine Brennnessel
- Schutzstatus
- LCNicht gefährdet (Least Concern)
Aussehen
Der Kleine Fuchs (Aglais urticae) ist ein mittelgroßer Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 40–52 mm. Die Flügeloberseite ist ziegelorange mit schwarzen und weißen Flecken entlang der Vorderkante. Eine Reihe blauer „Augenflecken" auf schwarzem Grund verläuft entlang des Außenrandes aller Flügel — ein zuverlässiges Feldmerkmal.
Die Unterseite ist kryptisch gefärbt: dunkelbraun mit marmoriertem Muster. Mit gefalteten Flügeln ähnelt der Schmetterling einem Stück Rinde oder einem trockenen Blatt — ideale Tarnung während der Überwinterung.
Frisch geschlüpfte Falter sind leuchtender und kontrastreicher; die Flügelfarbe verblasst mit dem Alter.
Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Der Kleine Fuchs ist eine der am weitesten verbreiteten Arten der Weltfauna. Er bewohnt ganz Europa und den größten Teil Asiens vom Atlantik bis zum Pazifik. In Russland kommt er überall vor, wo Brennnesseln wachsen: von der Waldtundra bis zur Halbwüste.
Bevorzugte Biotope sind Wiesen, Waldränder, Flussauen, Gärten und Schrebergärten. Die Art hat sich gut an menschliche Siedlungen angepasst: In Stadtparks und Datschensiedlungen ist sie ebenso häufig wie in der freien Natur.
Vertikal erreicht sie in Bergregionen bis zu 3.000 m über dem Meeresspiegel.
Lebenszyklus
In Zentralrussland überwintert der Kleine Fuchs als Imago, versteckt in Kellern, Baumhöhlen, Schuppen und ungenutzten Gebäuden. Mit der ersten Wärme (März–April) erscheinen überwinterte Falter und beginnen zu fliegen.
Weibchen legen Eier auf die Unterseite junger Brennnesselblätter — in Gelegen von 100–300. Die Raupen sind dunkelgrün oder schwarz mit gelben Streifen und leben in Kolonien unter einem schützenden Seidengespinst.
Die Puppe hängt kopfüber an einem Stängel oder Zaun, grünlich oder braun mit metallischem Schimmer. Das Puppenstadium dauert 10–14 Tage. In Zentralrussland entwickeln sich 2–3 Generationen pro Jahr: Frühling (April–Mai), Sommer (Juli–August) und Herbst (August–September), die in die Winterruhe übergeht.
Verhalten
Der Kleine Fuchs ist tagaktiv, von früh morgens bis zur Abenddämmerung. Männchen besetzen sonnige Lichtungen und verteidigen ihr Revier: Sie fliegen jedem vorbeikommenden Schmetterling entgegen und verfolgen ihn im Kreis. Bei Bedrohung faltet der Schmetterling die Flügel scharf zusammen — die dunkle Unterseite macht ihn von Rinde oder trockenem Laub nicht mehr unterscheidbar. Er besucht gerne Disteln, Schmetterlingsflieder, Kerbel, Weide und andere Nektarpflanzen mit lila und purpurnen Blüten.
Fortpflanzung
Die Paarung erfolgt im Frühjahr und Frühsommer. Männchen patrouillieren Brennnesselflecken auf der Suche nach Weibchen. Das Weibchen legt Eier auf die Unterseite junger Brennnesselblätter in Gelegen von 100–300 ab. Die Eier sind grünlich und gerippt. Die Raupe durchläuft in drei bis vier Wochen fünf Larvenstadien: in frühen Stadien bleibt sie in einer Kolonie unter einem Seidengespinst, in späteren Stadien — allein. Die Puppe hängt kopfüber an einem Stängel oder Zaun, grünlich oder braun mit goldenen Höckern. Der erwachsene Falter schlüpft nach 10–14 Tagen.
Überwinterung
Der Kleine Fuchs ist eine der wenigen europäischen Arten, die als Imago überwintert. Vor dem Winter nährt er sich intensiv an Nektar und legt Fettreserven an. Im Herbst sucht er ein Versteck: Keller, Dachboden, Baumhöhle oder Spalte in einem Holzgebäude. Die optimale Überwinterungstemperatur liegt zwischen 0 und +4 °C. Ein zu warmer Winter zwingt zu vorzeitigem Erwachen, was oft zum Tod führt. Im Frühjahr, bei stabiler Erwärmung auf +10 °C, verlässt der Schmetterling sein Versteck und beginnt zu fliegen.
Interessante Fakten
- Der Kleine Fuchs gehört zu den ersten Arten, die im zeitigen Frühjahr erscheinen, und fliegt oft schon im Februar–März über Schnee.
- Einschließlich der Überwinterung kann die Gesamtlebensdauer bis zu 11 Monate erreichen.
- Blaue Rand-„Augenflecken" schrecken Vögel ab: Fressfeinde greifen das „Auge" an statt den verwundbaren Körper.
- In Deutschland wurde ein Rekordflug von über 1.500 km über eine lange Distanz registriert.
- Im Englischen heißt er „small tortoiseshell" (kleine Schildpatt-Schildkröte) wegen des schildpattartigen Musters; der deutsche Name „Kleiner Fuchs" verweist auf die rötliche Färbung.
Schutzstatus und Bedeutung
IUCN-Status LC (nicht gefährdet). Die Population ist im gesamten Verbreitungsgebiet stabil. Der Schmetterling ist ein wichtiger Bestäuber von Wiesenpflanzen. Er gehört zu den ersten Frühlingsarten, die früh blühende Pflanzen bestäuben.
Um Kleine Füchse in den Garten zu locken, lassen Sie einen ungemähten Brennnesselfleck stehen und pflanzen Sie Nektarquellen: Schmetterlingsflieder, Weide, Klette, Klee.


