Migration
Die Migration von Schmetterlingen ist eine saisonale Wanderung über große Entfernungen. Rekordhalter ist der Monarchfalter mit bis zu 4.500 km; in Russland wandern auch Admirale.

Was ist Migration bei Schmetterlingen
Migration bei Schmetterlingen ist eine gerichtete saisonale Wanderung über große Entfernungen, verbunden mit sich ändernden Umweltbedingungen. Anders als zufällige Ausbreitung ist die Migration in Richtung und Zeitpunkt vorhersehbar.
Schmetterlinge wandern viel seltener als Vögel, doch manche Arten legen bemerkenswerte Strecken zurück.
Monarchfalter — der wichtigste Wanderer
Der Monarchfalter (Danaus plexippus) unternimmt die bekannteste Insektenmigration. Jedes Jahr:
- Im Herbst fliegen die Falter von Kanada und dem Norden der USA nach Südwesten zu den Bergen von Michoacán, Mexiko (bis zu 4.500 km)
- Dort überwintern sie zu Millionen auf Oyamel-Tannen
- Im Frühjahr kehren mehrere Generationen allmählich nach Norden zurück
Zur Navigation nutzen sie einen „Sonnenkompass" — die Falter bestimmen die Richtung nach dem Sonnenstand und korrigieren den Kurs mit ihrer inneren biologischen Uhr.
Distelfalter — interkontinentaler Rekord
Der Distelfalter (Vanessa cardui) ist ein Kosmopolit mit einer der längsten Wanderrouten. Genetische Untersuchungen zeigen, dass Falter die Sahara von Süden nach Norden überqueren — die Gesamtroute über mehrere Generationen beträgt etwa 12.000 km.
In Russland erscheint der Distelfalter in Wellen: In guten Jahren steigt seine Zahl in der zweiten Sommerhälfte stark an.
Admiral in Russland
Der Admiral (Vanessa atalanta) wandert teilweise: Im Herbst fliegen Exemplare nördlicher Populationen nach Süden; manche überwintern im Mittelmeerraum. Eine geringe Zahl überwintert in Russland, geschützt in der Laubstreu.
Mehr zum Leben der Schmetterlinge — im Abschnitt Leben der Schmetterlinge.



