Wegerich-Scheckenfalter
Der Wegerich-Scheckenfalter ist ein kleiner Schmetterling mit schachbrettartigem Muster aus rötlichen und schwarzen Feldern — ein klassisches Studienobjekt der Populationsökologie.

Wichtigste Fakten
- Lateinischer Name
- Melitaea cinxia
- Familie
- Nymphalidae
- Flügelspannweite
- 28-40 mm
- Flugzeit
- Mai — August
- Futterpflanzen
- Spitzwegerich, Breitwegerich, Ehrenpreis
- Schutzstatus
- NTGering gefährdet (Near Threatened)
Aussehen
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) ist ein kleiner Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 28–40 mm. Die Flügeloberseite trägt ein klares schachbrettartiges Muster aus rötlichen und schwarzen rechteckigen Feldern — daher der russische Name „shashechnitsa" (Schachbrett-Falter).
Die Hinterflügelunterseite ist blass cremefarben oder gelblich mit rötlichen Bändern. In der Mitte der Hinterflügel-Unterseite — eine Reihe oranger Flecken mit schwarzen Punkten im Inneren.
Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Verbreitet in Europa (einschließlich Großbritannien), Kleinasien und Zentralasien. In Russland kommt er im europäischen Teil und im Süden Sibiriens vor.
Er lebt auf trockenen und halbtrockenen Wiesen, Ödland und an Waldrändern. Er benötigt offene Standorte mit Wegerich. Er ist empfindlich gegenüber intensiver Beweidung und dem Umpflügen von Wiesen.
Lebenszyklus
Eine Generation pro Jahr. Flugzeit von Mai bis August (je nach Höhenlage).
Die Eier werden in Gruppen auf der Unterseite von Wegerichblättern abgelegt. Die Raupen leben koloniebildend unter einem Seidendach. Sie überwintern gruppenweise im Blattversteck. Im Frühjahr verteilen sie sich einzeln. Die Puppe befindet sich am Boden in der Pflanzenstreu.
Modellorganismus in der Ökologie
Der Wegerich-Scheckenfalter ist einer der am besten untersuchten Schmetterlinge der Welt. Auf den Åland-Inseln (Finnland) werden seit den 1990er-Jahren mehr als 4.000 Teilpopulationen kontinuierlich überwacht. Diese Daten bildeten die Grundlage der Metapopulationstheorie.


