Eiablage
Die Eiablage ist das Ablegen von Eiern durch ein weibliches Schmetterlingsweibchen, das sorgfältig eine Wirtspflanze wählt, Blätter mit den Beinen abtastet und Eier auf der Unterseite ablegt.

Was ist Eiablage
Eiablage (Oviposition, von lateinisch ovum — Ei, ponere — legen) ist der Vorgang der Eiablage bei einem weiblichen Insekt. Bei Schmetterlingen ist das ein kritischer Moment: Die Wahl des Ortes entscheidet über das Überleben der Nachkommen, denn die Raupe muss sofort nach dem Schlüpfen eine geeignete Wirtspflanze finden.
Wie das Weibchen eine Pflanze wählt
Die Wahl des Ortes für die Eiablage verläuft in mehreren Schritten:
- Visuelle Suche — das Weibchen orientiert sich an Blattform, -größe und -farbe. Viele Arten bevorzugen eine bestimmte Blattform.
- Chemische Prüfung — der Schmetterling trommelt mit den Beinen auf das Blatt. Geschmacksrezeptoren an den Beinen erkennen Alkaloide, Glykoside und andere für die Wirtspflanze typische Substanzen.
- Beurteilung des Befalls — das Weibchen erkennt bereits von Konkurrentinnen abgelegte Eier oder Anzeichen einer Pflanzenkrankheit und meidet solche Blätter oft.
Ablagestrategien
| Strategie | Beschreibung | Beispiele |
|---|---|---|
| Einzelablage | Ein Ei pro Blatt/Trieb | Die meisten Ritterfalter, Bläulinge |
| Gruppen | Dutzende Eier zusammen | Baumweißling, Kohlweißling |
| Massengelege | Hunderte auf einer Pflanze | Manche Edelfalter |
Einzelablage ist eine „sicherere" Strategie: Stirbt eine Pflanze, überleben die Nachkommen auf anderen. Gruppenablage lohnt sich, wenn junge Raupen eine Gruppe zur gemeinsamen Verteidigung brauchen.
Anzahl der Eier
Ein weiblicher Schmetterling kann im Laufe seines Lebens von einigen Dutzend bis über tausend Eier legen (von etwa 100 bei Ritterfaltern bis über 1.000 bei manchen Edelfaltern). Die Sterblichkeit im Ei- und frühen Raupenstadium ist sehr hoch — bis zu 90–99 % —, weshalb eine hohe Fruchtbarkeit notwendig ist.
Wo Eier abgelegt werden
Die meisten Arten legen Eier auf der Blattunterseite ab — weniger direkte Sonne (Schutz vor Austrocknung), weniger Fressfeinde, und die Raupe ist sofort neben der Nahrung.
Manche Arten legen an Stängeln, im Boden nahe der Wirtspflanze oder sogar auf abgestorbenem Pflanzenmaterial ab — wenn sich die Raupe von Detritus ernährt.
Eidiapause
Bei manchen Arten überwintern die Eier in Diapause — verlangsamtem Stoffwechsel. Das Weibchen legt im Herbst; das Schlüpfen erfolgt erst im folgenden Frühjahr.
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