Aposematismus
Aposematismus ist die Warnfärbung bei giftigen oder ungenießbaren Schmetterlingen. Leuchtende Farben signalisieren Fressfeinden Gefahr und schützen die Art vor dem Gefressenwerden.

Definition
Aposematismus (vom griechischen apo — weg, sema — Zeichen) ist eine evolutionäre Strategie, bei der ein Tier einem Fressfeind ein Gefahrensignal durch leuchtende Färbung, charakteristischen Geruch, Geräusch oder Verhalten zeigt.
Bei Schmetterlingen äußert sich Aposematismus hauptsächlich als leuchtend kontrastreiche Färbung — Rot, Orange oder Gelb in Kombination mit Schwarz.
Wie Aposematismus funktioniert
- Der Schmetterling ist giftig oder ungenießbar (wegen Toxinen, die er aus seiner Wirtspflanze aufgenommen hat)
- Seine leuchtende Färbung macht ihn auffällig — er versteckt sich nicht, sondern zieht Aufmerksamkeit auf sich
- Ein Fressfeind (Vogel, Eidechse) probiert einen solchen Schmetterling und erinnert sich an die unangenehme Erfahrung
- Beim nächsten Mal meidet der Fressfeind Schmetterlinge mit ähnlichem Aussehen
Das nützt allen Mitgliedern der Art: Der Fressfeind verallgemeinert die Erfahrung auf das gesamte „Muster", und selbst unberührte Schmetterlinge sind geschützt.
Aposematismus und Mimikry
Aposematismus geht oft mit Mimikry einher: Genießbare Arten kopieren evolutionär die Färbung aposematischer Arten und nutzen so den „Ruf" der giftigen Arten aus.
Beispiele
| Art | Toxin | Färbung |
|---|---|---|
| Monarchfalter (Danaus plexippus) | Cardenolide aus Seidenpflanzen | Orange + Schwarz |
| Passionsfalter (Heliconius spp.) | Cyanogene Glykoside | Rot + Gelb |
| Russischer Bär (Callimorpha) | Pyrrolizidinalkaloide | Rot + Schwarz |
Mehr zur Flügelfärbung — im Artikel warum Schmetterlinge bunte Flügel haben.


